Mehr Schwefel für dickere Kartoffeln
Ausgerechnet die Maßnahmen zur Luftreinhaltung
haben dazu geführt, dass viele Kulturpflanzen an Schwefelmangel
leiden.
(jkm) - Dabei sind ausreichend mit Schwefel versorgte Kartoffeln
nicht nur nahrhafter, haben Braunschweiger Wissenschaftler herausgefunden.
Die Pflanzen können sich auch besser gegen Krankheitserreger
zur Wehr setzen.
Schwefel gelangte in der Vergangenheit überwiegend mit dem
"sauren Regen" in landwirtschaftlich genutzte Böden,
so die Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft in einer
Mitteilung. Indem diese Schwefeleinträge in den letzten Jahrzehnten
von über 50 Kilogramm pro Hektar auf unter 10 Kilogramm pro
Hektar fielen, stellten sich auf vielen Äckern Ernährungsstörungen
ein.
Die Forscher um Silvia Haneklaus und Ewald Schnug führten
nun Düngeexperimente mit Kartoffeln (Solanum tuberosum) durch.
Nach Gaben von bis zu 50 Kilogramm Schwefel pro Hektar fanden
sie einen deutlich geringeren Befall der Pflanzen mit dem Wurzeltöter-Pilz
Rhizoctonia solani und dem Schorf-Bakterium Streptomyces scabies.
Ähnliche Resultate hatten Versuche mit Raps und Getreidepflanzen
ergeben.
Eine mögliche Ursache sehen die Forscher darin, dass die
Pflanzen mehr Cystein und Glutathion enthalten - eine schwefelhaltige
Aminosäure und eine ihrer Verbindungen - und verstärkt
biogenen Schwefelwasserstoff freisetzen können. Der große
Vorteil dieser Art des Pflanzenschutzes sei, dass die Krankheitserreger
keine Resistenz dagegen entwickeln könnten. Zudem sei die
Schwefeldüngung auch im organischen Landbau zulässig.
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