"Geburtstagswetter" prägt Gesundheit in späteren
Jahren
Kühle Temperaturen zum Zeitpunkt der Geburt
erhöhen das Risiko für Gefäß- und Stoffwechselerkrankungen
im fortgeschrittenen Alter.
(jkm) - Zu diesem Schluss kommen britische Mediziner nach einer
Studie mit knapp 4.300 Frauen im Alter von 60 bis 79 Jahren. Der
Zusammenhang gilt allerdings nur für jene, die in ärmliche
Familien hineingeboren wurden und ihre ersten Lebensmonate wohl
in schlecht geheizten Wohnungen verbrachten.
Zwar seien die Studienteilnehmerinnen in den wirtschaftlich schwierigen
Jahren 1919 bis 1940 geboren worden, schreiben die Forscher um
Debbie Lawlor von der University of Bristol im Fachblatt "Heart".
Angesichts der Wohnbedingungen in einigen Regionen Großbritanniens
sei es aber wahrscheinlich, dass auch heute noch "sozio-ökonomische
Ungleichheit mit einer 'natürlichen' Umwelt-Ungleichheit
interagieren kann, um gesundheitliche Ungleichheit zu erzeugen
und zu verschärfen."
Anhand Geburtsort und -datum der Teilnehmerinnen ermittelten
Lawlor und Kollegen die monatlichen Durchschnittstemperaturen
während der Schwangerschaft und zum Zeitpunkt der Geburt.
Im Winter geborene Frauen, deren Väter körperliche Arbeit
verrichtet hatten, wiesen ein 25 Prozent höheres Risiko für
eine Erkrankung der Herzkranzgefäße auf als in anderen
Jahreszeiten geborene. Auch die Blutfettwerte, die Empfindlichkeit
gegenüber dem Hormon Insulin und die Lungenfunktion waren
bei ihnen etwas schlechter.
Die Unterschiede konnten fast vollständig durch die Temperaturen
erklärt werden - kürzere Tageslichtperioden oder eine
schlechtere Ernährung schienen kaum eine Rolle zu spielen.
Laut den Medizinern sprechen ihre Resultate für die Theorie,
"dass kalte Temperaturen zum Zeitpunkt der Geburt Fettspeicherung
und Insulinresistenz fördern, und damit die koronare Herzkrankheit
in späteren Jahren."
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