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- 11.03.2004 -

 

 

 


 

Eizellen werden laufend neu gebildet

Die biologische Uhr der Frau tickt anders als bislang angenommen, sind amerikanische Forscher überzeugt.

(jkm) - Den Untersuchungen der Wissenschaftler zufolge werden weibliche Säuger nicht etwa mit einem fixen Vorrat an Eizellen geboren, dessen Erschöpfung die Wechseljahre einleitet. Vielmehr bilden Stammzellen in den Eierstöcken auch im Erwachsenenalter laufend neue Eizellen.

"Wenn diese Resultate auch auf den Menschen zutreffen, müssen sämtliche Theorien über das Altern des weiblichen Fortpflanzungssystems überdacht werden", so Jonathan Tilly von der Harvard University in Boston, Massachusetts, mit Verweis auf das 50 Jahre alte "Dogma" der festen Eizellzahl. Die Abkehr von diesem Dogma könnte neue Wege eröffnen, Unfruchtbarkeit durch Chemotherapie oder Giftstoffe in der Umwelt zu verhindern, hofft der Biologe.

Tilly und sein Team zählten intakte und absterbende Follikel - Eizellen samt einem "Hofstaat" aus Nährzellen - in den Eierstöcken unterschiedlich alter Mäuse. Erwartungsgemäß nahm die Zahl intakter Follikel mit der Zeit ab, berichtet die Gruppe im Fachmagazin "Nature". Dieser Rückgang war jedoch sehr viel langsamer, als die Zahl absterbender Follikel vermuten ließ. Offenbar produzierten die Eierstöcke laufend neue Follikel.

"Bis jetzt hatte niemand versucht, die tatsächliche Abbaurate von Eizellen bzw. Follikeln zu ermitteln, weil das Dogma derart überzeugend war", erläutert Tilly. Weitere Befunde erhärteten den Verdacht. So fanden die Mediziner und Biologen in der äußersten Zellschicht der Eierstöcke einige Zellen, die große Ähnlichkeit mit Stammzellen aufweisen und sich häufig teilen. Dementsprechend ging der Follikelvorrat von Mäusen, die ein Stammzellgift erhalten hatten, drastisch zurück.

Einige Erbkrankheiten, beispielsweise das Down-Syndrom, treten umso häufiger auf, je älter die Mutter ist. Als Ursache wurde vermutet, dass die seit vielen Jahren auf ihren Einsatz harrenden Eizellen immer mehr Erbgutfehler anhäufen. Offenbar sei die Ursache eher in den alternden Stammzellen zu suchen, so Tilly. "Dies ist eine grundlegende biologische Entdeckung, die alles in unserem Arbeitsgebiet verändern könnte."

 

 Mehr Informationen:

Massachusetts General Hospital

Regelung des Ovarialzyklus

 

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