Klimaforscher küren Sommer 2003 zum heißesten seit
500 Jahren
Europa ist 2003 von dem heißesten Sommer
der vergangenen 500 Jahre in den Schwitzkasten genommen worden.
Washington/Bern (dpa) - Zu diesem Ergebnis kommen Klimaforscher
der Universität Bern in einem Beitrag für die jüngste
Ausgabe der US-Wissenschaftszeitschrift «Science»
(Bd. 303, S. 1499). Klimamodelle ließen die Vermutung zu,
dass vom Jahr 2070 an vor allem wegen des Treibhauseffektes jeder
zweite Sommer mindestens genauso warm wie oder sogar noch heißer
als der des vergangenen Jahres werde. Der kühlste Sommer
seit dem Jahr 1500 sei 1902 registriert worden.
Aus der Statistik der Klimaforscher geht weiter hervor, dass
Europa im Jahr 1708/1709 unter dem kältesten Winter litt.
Die Temperaturen lagen in weiten Teilen Europas und dem Westen
Russlands sieben Grad Celsius unter den Durchschnittswerten. Zwar
seien schon zwischen 1684 und 1738 mildere Winter beobachtet worden,
aber der wärmste Winter sei 1989/1990 gewesen, heißt
es weiter. Mit einer Zuverlässigkeit von 85 Prozent lasse
sich sagen, dass die Winter der vergangenen 30 Jahre im Mittel
so warm wie nie zuvor in einer vergleichbaren Zeitspanne seit
dem Jahr 1500 gewesen seien.
Die Klimaforscher haben nach eigenen Angaben von 1500 bis 1658
die Temperaturen nach Jahreszeiten rekonstruiert und danach für
jeden Monat. Dabei seien umfangreiche Daten ausgewertet worden,
die unter anderem aus Archiven früherer Jahrhunderte, verlässlichen
Instrumentenmessungen, aber auch von Eiskernen aus Grönland
und Baumringen aus Skandinavien sowie Sibirien stammten. Das untersuchte
Gebiet in Europa reicht von Skandinavien im Norden bis zum Südzipfel
Spaniens und von Island im Westen bis Russland und die Türkei
im Osten.
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