Heiße Nadelstiche: Wärmeabgabe von Vulkanen gemessen
Sämtliche aktiven Vulkane der Erde strahlen
so viel Wärme ab wie eine Million Haartrockner auf der höchsten
Stufe.
(jkm) - In Vulkanen gelangt über eintausend Grad Celsius
heiße Magma an die Erdoberfläche. Zwei amerikanische
Geowissenschaftler haben nun ermittelt, wie viel Wärme durch
diese Kurzschlüsse zwischen Erdinnerem und Atmosphäre
fließt. Pro Jahr gaben die von ihnen betrachteten Feuerberge
gut 53 Millionen Milliarden Joule Wärmeenergie an die Atmosphäre
ab - vergleichbar einer Million Haartrocknern auf der höchsten
Stufe.
Dies entspricht "etwa einem Tausendstel des Energieverbrauchs
der Vereinigten Staaten für Privathaushalte, Industrie und
Verkehr im Jahr 1999", schreiben Robert Wright und Luke Flynn
von der University of Hawaii, Honolulu, im Fachblatt "Geology".
Beispielsweise hielten sich der Energieverbrauch der Privathaushalte
Hawaiis und die Energieabstrahlung des Kilauea, auf der Hauptinsel
Hawaiis gelegen und einer der aktivsten Vulkane der Welt, in etwa
die Waage.
Auf dem Festland gibt es schätzungsweise bis zu 600 aktive
Vulkane, von denen jährlich etwa ein Zehntel ausbricht. Wright
und Flynn analysierten nun 45 Vulkane, die in den Jahren 2001
bzw. 2002 aktiv gewesen waren. Dazu nutzten sie Daten von Terra
und Aqua, zwei Erdbeobachtungssatelliten der NASA, die mit einem
Moderate Resolution Imaging Spectroradiometer (MODIS) ausgestattet
sind. Das Instrument misst die von der Erde ausgesandte oder reflektierte
Strahlung in verschiedenen Spektralbereichen.
Im Verlauf von 48 Stunden nehmen beide Satelliten jeden Punkt
der Erdoberfläche viermal unter die Lupe. Mit Hilfe eines
automatischen Systems konnten Wright und Flynn vulkanische Hitzequellen
aus dieser Datenflut isolieren und analysieren.
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