Erwärmung: Mehr Treibhausgase aus Permafrostboden
Durch die globale Erwärmung tauen die Dauerfrostböden
in Schweden immer stärker auf und setzen das Treibhausgas
Methan frei.
(jkm) - Die schwedischen Permafrostböden tauen im Sommerhalbjahr
immer weiter auf und sind stellenweise sogar gänzlich verschwunden.
Das berichtet eine internationale Forschergruppe im Fachblatt
"Geophysical Research Letters". Die Ursache sehen die
Wissenschaftler in der Erwärmung der letzten Jahrzehnte.
Und indem die Böden tauen und sich in Sumpfland verwandeln,
ändert sich nicht nur die Vegetation. Auch der Ausstoß
des Treibhausgases Methan nimmt deutlich zu.
Als Beispiel nennt Torben Christensen von der Universität
Lund den nordschwedischen Ort Abisko. Die mittlere Jahrestemperatur
habe dort minus 0,7 Grad Celsius betragen, in den letzten Jahren
jedoch mehrmals den Gefrierpunkt überschritten. "Man
sollte meinen, dass kalte subarktische Ökosysteme sehr statisch
sind", so der Forscher. Tatsächlich sei das Gegenteil
der Fall. "Diese Ökosysteme sind dynamisch und ihre
Reaktion auf einen Klimawandel erfolgt sehr rasch. In Abisko haben
wir das gut beobachten können."
Christensen und seine Kollegen nutzten Infrarot-Luftaufnahmen
der Region, um die Vegetation in den Jahren 1970 und 2000 zu vergleichen.
Wie die Forscher berichten, fanden sie "dramatische Veränderungen"
in Art und Verbreitung des Pflanzenbewuchses. Weitere langjährige
Datenreihen zeigten, dass die Ursache in dem immer ausgedehnteren
und tieferen Auftauen des Permafrostbodens liegt.
Wenn organisches Material in feuchten Böden zersetzt wird,
entsteht das Treibhausgas Methan. "Für ein bestimmtes
Sumpfgebiet, im Stordalen, konnten wir den Anstieg der Methanemissionen
zwischen 1970 und 2000 auf mindestens 20 Prozent, gut und gerne
aber auch bis zu 60 Prozent schätzen", so Christensen.
Methan wird auch aus Reisfeldern und aus der Viehhaltung freigesetzt
und ist derzeit für etwa ein Fünftel der Erwärmung
verantwortlich. Sollten die Beobachtungen in Nordschweden repräsentativ
für andere Gebiete am Polarkreis sein, könnte die Bedeutung
des Gases jedoch zunehmen, fürchten die Forscher.
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