Experten: Jeder dritte Krebstote könnte vermieden werden
Jeder dritte Krebstote in Deutschland könnte
durch bessere Vorsorge und Früherkennung vermieden werden.
Berlin (dpa) - Das sagten Experten im Vorfeld des 26. Deutschen
Krebskongresses (27.2.- 1.3.) in Berlin. Demnach erkranken in
Deutschland rund 340 000 Menschen jedes Jahr neu an Krebs, 220
000 Menschen sterben daran. Lungenkrebs habe mit rund 40 000 Toten
jährlich hier zu Lande die meisten Opfer, warnte der Generalsekretär
der Deutschen Krebsgesellschaft, Prof. Peter Drings aus Heidelberg:
«Jeder zweite Raucher wird an den Folgen des Rauchens sterben.»
«Es müssen nicht 60 Zigaretten am Tag sein - schon
sechs bis acht reichen auf Dauer aus, um Krebs hervorzurufen.
Vor allem, wenn man schon früh damit anfängt»,
mahnte Drings. Bei den 15-jährigen Jungen nähmen die
Deutschen europaweit eine traurige Spitzenposition ein: Bereits
ein Drittel von ihnen raucht. Bei den 18- und 19-Jährigen
beiderlei Geschlechts griffen jeweils etwa die Hälfte zur
Zigarette. Käme dann noch Alkohol dazu, steige das Risiko,
an Krebs zu erkranken, deutlich an.
Die Aufklärung für Gesunde bilde deshalb einen Schwerpunkt
des Kongresses, zu dem 7 000 Teilnehmer erwartet werden, sagte
Kongresspräsident Prof. Michael Bamberg aus Tübingen.
Aber auch neue Diagnose- und Therapiemöglichkeiten würden
vorgestellt. So könnten Tumore mittlerweile durch die Kombination
aus klassischem Lichtmikroskop, Gewebeverfärbungen und einer
neuartigen Untersuchung von Genprodukten wesentlich besser erkannt
werden.
Neue Wege zur Krebsbekämpfung zeigten sich im Bereich der
Anti- Angiogenese auf, die die Tumoren an der lebenswichtigen
Ausbildung von Blutgefäßen hindert. Viel versprechend
seien auch Kinasehemmer. Sie blockieren spezielle Signalmoleküle
(Kinasen), die das Tumorwachstum steuern. Auch eine neuartige
Strahlentherapie (intensitätsmodulierte Radiotherapie, IMRT),
die allein den Tumor zum Ziel habe und das umliegende Gewebe schone,
erziele beste Ergebnisse, betonte Bamberg. Allerdings sei das
Verfahren bislang sehr aufwendig und teuer.
Der Sonntag steht als Krebsaktionstag und «Tag des gesunden
Mannes» allen Interessierten offen. Männer entwickelten
nach Worten von Charité-Urologe Prof. Kurt Miller jedoch
allzu häufig «chronische Vermeidungstaktiken»
gegen einen Gang zum Arzt. Sie sollten nun die Chance ergreifen
und sich etwa durch einen kostenlosen PSA-Bluttest über ihr
Prostatakrebsrisiko informieren.
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