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- 25.02.2004 -

 

 

 


 

Experten: Jeder dritte Krebstote könnte vermieden werden

Jeder dritte Krebstote in Deutschland könnte durch bessere Vorsorge und Früherkennung vermieden werden.

Berlin (dpa) - Das sagten Experten im Vorfeld des 26. Deutschen Krebskongresses (27.2.- 1.3.) in Berlin. Demnach erkranken in Deutschland rund 340 000 Menschen jedes Jahr neu an Krebs, 220 000 Menschen sterben daran. Lungenkrebs habe mit rund 40 000 Toten jährlich hier zu Lande die meisten Opfer, warnte der Generalsekretär der Deutschen Krebsgesellschaft, Prof. Peter Drings aus Heidelberg: «Jeder zweite Raucher wird an den Folgen des Rauchens sterben.»

«Es müssen nicht 60 Zigaretten am Tag sein - schon sechs bis acht reichen auf Dauer aus, um Krebs hervorzurufen. Vor allem, wenn man schon früh damit anfängt», mahnte Drings. Bei den 15-jährigen Jungen nähmen die Deutschen europaweit eine traurige Spitzenposition ein: Bereits ein Drittel von ihnen raucht. Bei den 18- und 19-Jährigen beiderlei Geschlechts griffen jeweils etwa die Hälfte zur Zigarette. Käme dann noch Alkohol dazu, steige das Risiko, an Krebs zu erkranken, deutlich an.

Die Aufklärung für Gesunde bilde deshalb einen Schwerpunkt des Kongresses, zu dem 7 000 Teilnehmer erwartet werden, sagte Kongresspräsident Prof. Michael Bamberg aus Tübingen. Aber auch neue Diagnose- und Therapiemöglichkeiten würden vorgestellt. So könnten Tumore mittlerweile durch die Kombination aus klassischem Lichtmikroskop, Gewebeverfärbungen und einer neuartigen Untersuchung von Genprodukten wesentlich besser erkannt werden.

Neue Wege zur Krebsbekämpfung zeigten sich im Bereich der Anti- Angiogenese auf, die die Tumoren an der lebenswichtigen Ausbildung von Blutgefäßen hindert. Viel versprechend seien auch Kinasehemmer. Sie blockieren spezielle Signalmoleküle (Kinasen), die das Tumorwachstum steuern. Auch eine neuartige Strahlentherapie (intensitätsmodulierte Radiotherapie, IMRT), die allein den Tumor zum Ziel habe und das umliegende Gewebe schone, erziele beste Ergebnisse, betonte Bamberg. Allerdings sei das Verfahren bislang sehr aufwendig und teuer.

Der Sonntag steht als Krebsaktionstag und «Tag des gesunden Mannes» allen Interessierten offen. Männer entwickelten nach Worten von Charité-Urologe Prof. Kurt Miller jedoch allzu häufig «chronische Vermeidungstaktiken» gegen einen Gang zum Arzt. Sie sollten nun die Chance ergreifen und sich etwa durch einen kostenlosen PSA-Bluttest über ihr Prostatakrebsrisiko informieren.

 


© ArtToday

Schon sechs bis acht Zigaretten am Tag reichen auf Dauer aus, um Krebs hervorzurufen.

 

 Mehr Informationen:

Deutsche Krebsgesellschaft

Krebsinformations- dienst, DKFZ Heidelberg

 

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