Grippe: Gegenwehr aus der Lunge
Die effektivste Abwehrlinie gegen Influenzaviren
ist die Lunge selbst, sind amerikanische Wissenschaftler überzeugt.
(jkm) - Die Forscher konnten ein Protein identifizieren, mit
dessen Hilfe sich Abwehrzellen im Lungengewebe und entlang der
Atemwege festsetzen. Derart vertäut, können diese T-Lymphozyten
jahrelang ausharren und im Falle einer Virusinfektion ohne Verzögerung
losschlagen.
Bei der Konfrontation mit einem Grippevirus könne diese
periphere Immunität den Unterschied zwischen Leben und Tod
ausmachen, so David Topham von der University of Rochester, New
York. Seiner Ansicht nach wäre eine entsprechende Impfstrategie
besonders effektiv und würde gegen unterschiedliche Influenzatypen
schützen. "Unser Ziel sollte es sein, eine Vakzine zu
entwickeln, die der Körperabwehr bei der Ausbildung einer
peripheren Immunität hilft."
Topham und seine Kollegen konzentrierten sich auf cytotoxische
T-Lymphozyten, die von Viren befallene Zellen abtöten und
so die Vermehrung der Eindringlinge bremsen. In den Lungen von
Mäusen produziert ein erstaunlich hoher Anteil dieser Zellen
ein Protein namens VLA-1 (Very Late Antigen-1 bzw. alpha1beta1-Integrin-Heterodimer).
T-Lymphozyten in Lymphknoten schienen dagegen kaum Verwendung
für VLA-1 zu haben, berichtet die Gruppe im Fachblatt "Immunity".
Und waren die Tiere durch Kontakt mit einem harmlosen Virustyp
immunisiert worden, überstanden sie den Kontakt mit einem
gefährlichen Typ deutlich schlechter, wenn sie kein funktionstüchtiges
VLA-1 besaßen.
Weitere Untersuchungen bestätigten die Vermutung, dass Mäuse
ohne VLA-1 keine Abwehrfront aus T-Lymphozyten in der Lunge aufbauen
können. Laut Topham belegen die Resultate die Bedeutung dieser
peripheren Immunität im Falle der Influenza. Um sie gezielt
zu fördern, müsste ein Impfstoff seiner Meinung nach
abgeschwächte, lebende Viren enthalten.
Gegenwärtige Impfstoffe enthalten dagegen abgetötete
Viren bzw. deren Bestandteile und stimulieren Antikörper
produzierende Immunzellen. Cytotoxische T-Lymphozyten reagierten
jedoch schneller, so Topham, und könnten im Gegensatz zu
Antikörpern auch gegen unterschiedliche Virustypen vorgehen.
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