Bluttest könnte Antibiotika-Einsatz drosseln helfen
Ein Bluttest könnte nach Ansicht Schweizer
Mediziner helfen, den Einsatz von Antibiotika zu reduzieren und
damit die Entwicklung resistenter Bakterien zu bremsen.
(jkm) - Der Test liefert Hinweise darauf, ob ein akuter Atemwegsinfekt
durch Bakterien oder Viren hervorgerufen worden ist. Gegen letztere
sind Antibiotika nutzlos.
"Bis zu 75 Prozent aller Antibiotika-Dosen werden für
akute Atemwegsinfekte verschrieben, obwohl diese meist auf Viren
zurückgehen", schreiben die Mediziner um Beat Müller
vom Universitätsklinikum Basel im Fachblatt "The Lancet".
Dieser nicht angemessene Einsatz gelte als Hauptursache für
die Ausbreitung resistenter Bakterienstämme. Vor allem in
Krankenhäusern verursachen derartige Keime massive Probleme.
Als Reaktion auf eine akute bakterielle Infektion steigt die
Konzentration des Proteins Procalcitonin im Blut. Müller
und seine Kollegen verfolgten nun den Werdegang von 243 Patienten,
bei denen ein akuter Infekt der unteren Atemwege diagnostiziert
worden war. In der Hälfte der Fälle wurde auf herkömmliche
Art und Weise über den Antibiotika-Einsatz entschieden, bei
den übrigen dienten die Resultate eines Procalcitonin-Tests
als Richtschnur.
In der Kontrollgruppe erhielten etwa 83 Prozent der Teilnehmer
Antibiotika, in der Testgruppe dagegen nur 44 Prozent. Dennoch
erholten sich alle Patienten ähnlich gut, berichten die Mediziner.
Nachträgliche Untersuchungen zeigten, dass in 80 Prozent
der Fälle Viren die Verursacher der Symptome waren. Aufgrund
ihrer Resultate sehen die Mediziner in dem Procalcitonin-Test
ein verlässliches Hilfsmittel zur Begrenzung des Einsatzes
von Antibiotika.
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