| Tomographie: Schlangen beim Verdauen
zuschauen
Wenn Schlangen Ratten verspeisen,
können ihnen Berliner Wildtierforscher dabei künftig
in den Körper sehen. Möglich wird dies durch einen neuen
Computertomographen.
(jkm) - Das Hochleistungs-Mehrschicht-CT-Gerät
liefert gestochen scharfe Bilder und erlaubt es im Fall der verdauenden
Schlange, das Skelett ihres Opfers innerhalb ihres eigenen Knochengerüsts
deutlich zu erkennen. Innerhalb von Minuten können dreidimensionale
Rekonstruktionen der drei Meter langen Pythons erstellt werden.
Die Bilder lassen sich am Bildschirm beliebig drehen.
Die Tomographie werde den Biologen
interessante Informationen liefern, hoffen die Forscher am Leibniz-Institut
für Zoo- und Wildtierforschung IZW, die das Gerät jetzt
in Betrieb nahmen. "Wir wissen überraschend wenig von
Wildtieren", sagt Prof. Heinrich Meyer, Vorsitzender des
Wissenschaftlichen Beirats des IZW. Bisherige Untersuchungen zu
den Organen seien meist anhand von Sektionen durchgeführt
worden, doch "mit dem Tod verändern sich die Organe
oft sehr schnell und gelangen sogar in andere Positionen."

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Screenshot:
Guido Fritsch
Innerhalb
des Schlangenskeletts sind deutlich die Knochen der Ratte
zu sehen.
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Gemeinsam mit dem Berliner Museum
für Naturkunde wollen die Leibniz-Forscher unter anderem
konservierte Wal-Föten in der Größe von Meerschweinchen
untersuchen. Der Computertomograph ermöglicht in diesem Fall
eine virtuelle Endoskopie, vergleichbar einer Kamerafahrt durch
das Atemloch des Walbabys.
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