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Studie: Kühler Kopf gegen Schlaganfall
Nach einem Schlaganfall lassen
sich Gehirnschäden mit Hilfe von Kühlhelmen minimieren.
(jkm) - Entsprechende Resultate
zweier kleiner Pilotstudien präsentieren japanischen und
amerikanische Forscher auf der International Stroke Conference
im kalifornischen San Diego. Indem die Kühlhelme die Gehirntemperatur
senken, scheinen sie dem Arzt mehr Zeit für eine Behandlung
zu verschaffen.
Schlaganfälle gehen meist
auf eine Mangeldurchblutung des Gehirns zurück, verursacht
durch Blutgerinnsel in einer Arterie. Seit einiger Zeit ist bekannt,
dass das Senken der Körpertemperatur das Gehirn vor den Folgen
der Mangeldurchblutung schützt. Das Abkühlen des gesamten
Körpers sei jedoch problematisch, erläutert Kentaro
Yamada vom Nationalen Kardiovaskulären Zentrum in Osaka.
"Das größte Problem der systemischen Oberflächenkühlung
ist die Notwendigkeit einer Vollnarkose, die wiederum das Risiko
für Atmungs- und Kreislaufprobleme mit sich bringt."
Weitere mögliche Folgen seien schwere Infektionen und Herzrhythmusstörungen.
Offenbar verkraftet das Gehirn
niedrige Temperaturen besser als der Rest des Körpers. Yamada
und sein Team testeten daher an 17 Schlaganfallpatienten im Durchschnittsalter
von 68 Jahren eine helmartige Kühlvorrichtung. Die Kühlung
wurde wenige Stunden nach dem Auftreten der Symptome auf Kopf
und Nacken gesetzt und verblieb dort für drei bis sieben
Tage, ohne dass eine Narkose nötig war. Messungen an Halsvene
und Trommelfell zufolge sanken Oberflächen- und Kerntemperatur
des Gehirns um 2,2 bzw. 0,8 Grad Celsius. Ernsthafte Nebenwirkungen
traten nicht auf. Umso ermutigender seien die Resulate, so Yamada:
Binnen zehn Monaten nach der Therapie sei nur einer der Patienten
gestorben, sechs hätten sich gut erholt.
"Wenn man das Hirn kühl
hält, verlängert dies vermutlich die Überlebenszeit
des Gewebes", erläutert Huan Wang von der University
of Illinois, Peoria. "Macht man die Arterie dann wieder durchgängig,
könnte mehr Hirngewebe gerettet werden." Der Neurochirurg
und seine Kollegen führten ebenfalls Kühlhelm-Versuche
an sechs Patienten durch. Mit Hilfe feiner Glasfaseroptiken maßen
sie die Temperatur direkt im Gehirn und registrierten eine Abkühlung
um 3,3 Grad Celsius binnen einer Stunde. Lediglich bei einer 85-jährigen
Patientin sei es kurzzeitig zu Herzrhythmusstörungen gekommen,
so Wang.
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