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- 06.02.2004 -

 

 

 

 

 


 

Studie: Kühler Kopf gegen Schlaganfall

Nach einem Schlaganfall lassen sich Gehirnschäden mit Hilfe von Kühlhelmen minimieren.

(jkm) - Entsprechende Resultate zweier kleiner Pilotstudien präsentieren japanischen und amerikanische Forscher auf der International Stroke Conference im kalifornischen San Diego. Indem die Kühlhelme die Gehirntemperatur senken, scheinen sie dem Arzt mehr Zeit für eine Behandlung zu verschaffen.

Schlaganfälle gehen meist auf eine Mangeldurchblutung des Gehirns zurück, verursacht durch Blutgerinnsel in einer Arterie. Seit einiger Zeit ist bekannt, dass das Senken der Körpertemperatur das Gehirn vor den Folgen der Mangeldurchblutung schützt. Das Abkühlen des gesamten Körpers sei jedoch problematisch, erläutert Kentaro Yamada vom Nationalen Kardiovaskulären Zentrum in Osaka. "Das größte Problem der systemischen Oberflächenkühlung ist die Notwendigkeit einer Vollnarkose, die wiederum das Risiko für Atmungs- und Kreislaufprobleme mit sich bringt." Weitere mögliche Folgen seien schwere Infektionen und Herzrhythmusstörungen.

Offenbar verkraftet das Gehirn niedrige Temperaturen besser als der Rest des Körpers. Yamada und sein Team testeten daher an 17 Schlaganfallpatienten im Durchschnittsalter von 68 Jahren eine helmartige Kühlvorrichtung. Die Kühlung wurde wenige Stunden nach dem Auftreten der Symptome auf Kopf und Nacken gesetzt und verblieb dort für drei bis sieben Tage, ohne dass eine Narkose nötig war. Messungen an Halsvene und Trommelfell zufolge sanken Oberflächen- und Kerntemperatur des Gehirns um 2,2 bzw. 0,8 Grad Celsius. Ernsthafte Nebenwirkungen traten nicht auf. Umso ermutigender seien die Resulate, so Yamada: Binnen zehn Monaten nach der Therapie sei nur einer der Patienten gestorben, sechs hätten sich gut erholt.

"Wenn man das Hirn kühl hält, verlängert dies vermutlich die Überlebenszeit des Gewebes", erläutert Huan Wang von der University of Illinois, Peoria. "Macht man die Arterie dann wieder durchgängig, könnte mehr Hirngewebe gerettet werden." Der Neurochirurg und seine Kollegen führten ebenfalls Kühlhelm-Versuche an sechs Patienten durch. Mit Hilfe feiner Glasfaseroptiken maßen sie die Temperatur direkt im Gehirn und registrierten eine Abkühlung um 3,3 Grad Celsius binnen einer Stunde. Lediglich bei einer 85-jährigen Patientin sei es kurzzeitig zu Herzrhythmusstörungen gekommen, so Wang.

 

 Mehr Informationen:

Schlaganfall

 

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