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- 01.02.2004 -

 

 

 

 


 

Neue Abschätzung: Krebsrisiko durch Röntgen

Eine neue Abschätzung des auf Röntgenaufnahmen und Computertomographien zurückgehenden Krebsrisikos präsentieren zwei britische Medizinerinnen.

(jkm) - Röntgenaufnahmen und Computertomographien sind für Ärzte wichtige Diagnosewerkzeuge. Eine neue Abschätzung des auf solche Untersuchungen zurückgehenden Krebsrisikos präsentieren zwei britische Medizinerinnen im Fachblatt "The Lancet". Für Deutschland mit seinem vergleichsweise häufigen Einsatz von Röntgenstrahlung berechnen sie eine Zahl von jährlich rund 2.000 Krebserkrankungen.

"Unsere Rechnung beruht auf einer Reihe von Annahmen und weist daher ein beträchtliches Maß an Unsicherheit auf", betonen Amy Berrington de González von Cancer Research UK und Sarah Darby von der University of Oxford. "Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass wir die Risiken überschätzt haben; dass wir sie deutlich unterschätzt haben, erscheint jedoch unwahrscheinlich."

Für 15 Staaten ermittelten die Forscherinnen, wie häufig dort verschiedene Röntgenuntersuchungen durchgeführt und welcher Strahlungsdosis die einzelnen Körperorgane dabei ausgesetzt werden. Anhand eines Rechenmodells, das auf Daten von Überlebenden der Atombombenabwürfe in Japan beruht, schätzten sie dann den Einfluss der Strahlung auf das Krebsrisiko. In Großbritannien mit lediglich 500 Röntgenuntersuchungen pro Jahr und 1.000 Einwohnern beträgt das zusätzliche Krebsrisiko bis zum 75. Lebensjahr demnach 0,6 Prozent. In Deutschland sind Röntgenuntersuchungen dagegen 2,5-mal häufiger, entsprechend erhöht ist das durch Röntgenstrahlung bedingte Krebsrisiko.

Auf den Nutzen von Röntgenuntersuchungen für die Früherkennung von Krebs weisen dagegen Peter Herzog und Christina Rieger von der Ludwig-Maximilians-Universität München hin. Allerdings würden bis zu 30 Prozent aller Röntgenaufnahmen des Brustkorbs ohne klaren Grund durchgeführt. "Bei jeder einzelnen Röntgenuntersuchung sollten daher Nutzen und Risiko für den Patienten sorgfältig bedacht werden."

 

 Mehr Informationen:

Untersuchungsmethoden und Strahlenbelastung

Krebsinformationsdienst, DKFZ Heidelberg

 

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