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Neue Abschätzung: Krebsrisiko durch
Röntgen
Eine neue Abschätzung
des auf Röntgenaufnahmen und Computertomographien zurückgehenden
Krebsrisikos präsentieren zwei britische Medizinerinnen.
(jkm) - Röntgenaufnahmen
und Computertomographien sind für Ärzte wichtige Diagnosewerkzeuge.
Eine neue Abschätzung des auf solche Untersuchungen zurückgehenden
Krebsrisikos präsentieren zwei britische Medizinerinnen im
Fachblatt "The Lancet". Für Deutschland mit seinem
vergleichsweise häufigen Einsatz von Röntgenstrahlung
berechnen sie eine Zahl von jährlich rund 2.000 Krebserkrankungen.
"Unsere Rechnung beruht auf
einer Reihe von Annahmen und weist daher ein beträchtliches
Maß an Unsicherheit auf", betonen Amy Berrington de
González von Cancer Research UK und Sarah Darby von der
University of Oxford. "Es kann nicht ausgeschlossen werden,
dass wir die Risiken überschätzt haben; dass wir sie
deutlich unterschätzt haben, erscheint jedoch unwahrscheinlich."
Für 15 Staaten ermittelten
die Forscherinnen, wie häufig dort verschiedene Röntgenuntersuchungen
durchgeführt und welcher Strahlungsdosis die einzelnen Körperorgane
dabei ausgesetzt werden. Anhand eines Rechenmodells, das auf Daten
von Überlebenden der Atombombenabwürfe in Japan beruht,
schätzten sie dann den Einfluss der Strahlung auf das Krebsrisiko.
In Großbritannien mit lediglich 500 Röntgenuntersuchungen
pro Jahr und 1.000 Einwohnern beträgt das zusätzliche
Krebsrisiko bis zum 75. Lebensjahr demnach 0,6 Prozent. In Deutschland
sind Röntgenuntersuchungen dagegen 2,5-mal häufiger,
entsprechend erhöht ist das durch Röntgenstrahlung bedingte
Krebsrisiko.
Auf den Nutzen von Röntgenuntersuchungen
für die Früherkennung von Krebs weisen dagegen Peter
Herzog und Christina Rieger von der Ludwig-Maximilians-Universität
München hin. Allerdings würden bis zu 30 Prozent aller
Röntgenaufnahmen des Brustkorbs ohne klaren Grund durchgeführt.
"Bei jeder einzelnen Röntgenuntersuchung sollten daher
Nutzen und Risiko für den Patienten sorgfältig bedacht
werden."
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