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Eiszeit: Stauseen sorgten für "Sommerfrische"
Ein frostiges Bündnis
gingen festes und flüssiges Wasser während der letzten
Eiszeit ein.
(jkm) - Das lassen Computersimulationen
vermuten, die eine europäische Forschergruppe im Magazin
"Nature" vorstellt. Durch die Eismassen aufgestaute
Seen sorgten demnach für kühle Sommertemperaturen, so
dass die eisige Barriere rasch wuchs und über lange Zeit
Bestand hatte.
Die letzte Eiszeit, die Weichsel-Kaltzeit,
setzte vor gut 110.000 Jahren ein und überzog Skandinavien,
Nordrussland sowie Barents- und Karasee mit einem kilometerdicken
Eisschild. Indem das Eis die nordwärts strömenden, russischen
Flüsse aufstaute, bildeten sich vom Baltikum bis nach Westsibirien
riesige Seen. Gerhard Krinner von der Université Joseph
Fourier, Grenoble, und seine Kollegen untersuchten nun die Auswirkungen
dieses gewaltigen Wärmespeichers.
Normalerweise sorgen Seen für
ein feucht-gemäßigtes Klima in der Umgebung. In diesem
Fall bewirkten die eiskalten Wassermassen das genaue Gegenteil,
berichten die Forscher. Zwar reduzierten sie die winterlichen
Niederschläge und damit das Wachstum des Eisschildes. Gleichzeitig
saugten sie aber die spärliche Sommerwärme förmlich
auf und senkten die Lufttemperaturen um schätzungsweise bis
zu zehn Grad Celsius. Daher verlor der Eisschild im Sommerhalbjahr
sehr viel weniger Masse in Form von Schmelzwasser.
Eingeleitet wurde die Bildung
des Eisschilds möglicherweise durch eine veränderte
Sonneneinstrahlung, schreiben Krinner und seine Kollegen. Das
Aufstauen der Seen habe dann einen regelrechten Wachstumsschub
bewirkt. Und vielleicht hätten sich Eis und Wasser gegenseitig
stabilisiert, so die Forscher: Ein Abschmelzen des Eisschildes
hätte zusätzliches Wasser in die Seen geleitet, die
Abkühlung und damit wiederum den eisigen Damm verstärkt.
Erst die wieder erstarkende Sonne habe diese Rückkopplungsschleife
durchbrochen.
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