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- 28.01.2004 -

 

 

 

 


 

Eiszeit: Stauseen sorgten für "Sommerfrische"

Ein frostiges Bündnis gingen festes und flüssiges Wasser während der letzten Eiszeit ein.

(jkm) - Das lassen Computersimulationen vermuten, die eine europäische Forschergruppe im Magazin "Nature" vorstellt. Durch die Eismassen aufgestaute Seen sorgten demnach für kühle Sommertemperaturen, so dass die eisige Barriere rasch wuchs und über lange Zeit Bestand hatte.

Die letzte Eiszeit, die Weichsel-Kaltzeit, setzte vor gut 110.000 Jahren ein und überzog Skandinavien, Nordrussland sowie Barents- und Karasee mit einem kilometerdicken Eisschild. Indem das Eis die nordwärts strömenden, russischen Flüsse aufstaute, bildeten sich vom Baltikum bis nach Westsibirien riesige Seen. Gerhard Krinner von der Université Joseph Fourier, Grenoble, und seine Kollegen untersuchten nun die Auswirkungen dieses gewaltigen Wärmespeichers.

Normalerweise sorgen Seen für ein feucht-gemäßigtes Klima in der Umgebung. In diesem Fall bewirkten die eiskalten Wassermassen das genaue Gegenteil, berichten die Forscher. Zwar reduzierten sie die winterlichen Niederschläge und damit das Wachstum des Eisschildes. Gleichzeitig saugten sie aber die spärliche Sommerwärme förmlich auf und senkten die Lufttemperaturen um schätzungsweise bis zu zehn Grad Celsius. Daher verlor der Eisschild im Sommerhalbjahr sehr viel weniger Masse in Form von Schmelzwasser.

Eingeleitet wurde die Bildung des Eisschilds möglicherweise durch eine veränderte Sonneneinstrahlung, schreiben Krinner und seine Kollegen. Das Aufstauen der Seen habe dann einen regelrechten Wachstumsschub bewirkt. Und vielleicht hätten sich Eis und Wasser gegenseitig stabilisiert, so die Forscher: Ein Abschmelzen des Eisschildes hätte zusätzliches Wasser in die Seen geleitet, die Abkühlung und damit wiederum den eisigen Damm verstärkt. Erst die wieder erstarkende Sonne habe diese Rückkopplungsschleife durchbrochen.

 


© ArtToday


 Mehr Informationen:

Laboratoire de Glaciologie et Geophysique de l'Environnement

Klima, Flora und Fauna im Eiszeitalter

 

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