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Ozeane:
Künstliche Algenblüte gegen
Treibhauseffekt
Ein internationales Forscherteam
will im Südatlantik herausfinden, ob eine künstliche
Algenblüte den drohenden Klimawandel bremsen kann.
Büsum/Kapstadt (dpa) -«Das
Phytoplankton der Meere mit seinen Milliarden von winzigen Sauerstoff
produzierenden Algen spielt nicht nur für die Nahrungskette
der Ozeane, sondern auch für das Weltklima eine entscheidende
Rolle», sagte der Direktor des Büsumer Forschungs-
und Technologiezentrums (FTZ), Franciscus Colijn (58), im Gespräch
mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Algen binden beim Wachstum
große Mengen des Treibhausgases Kohlendioxid.
«Wir wollen herausfinden,
ob Eisendüngung von Meeresalgen das Treibhausproblem vermindern
kann», sagte Colijn, der zum Team gehört. «Bisher
wissen wir noch nicht, welche Auswirkungen Eisendüngung auf
den Klimawandel wirklich haben kann, und wir kennen auch noch
nicht alle "Nebenwirkungen" auf das Ökosystem Ozean.»
Insgesamt sind 49 Wissenschaftler mit dem Forschungsschiff «Polarstern»
von Kapstadt aus zu einer zweimonatigen Expedition gestartet.

©
Philipp Assmy, AWI
Planktonalgen
innerhalb eines mit Eisen gedüngten Flecks im Südozean,
aufgenommen im Jahr 2000 von "Polarstern". Zu
sehen sind nadelförmige Pseudonitzschia und eine
Kette von Fragilariopsis kerguelensis im Vordergrund.
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Nahe der Antarktis wollen die
Forscher aus 9 Nationen in einem 200 Quadratkilometer großen
Testgebiet die Algen düngen, 20 Tonnen Eisensulfat haben
sie an Bord. «Eine wichtige Aufgabe ist dann die Bilanzierung
des Kohlendioxids», sagte Colijn. Die Frage sei, ob das
von den Algen gebundene Kohlendioxid dauerhaft im Meer bleibe,
oder ob die Algen gefressen oder zersetzt werden und damit ein
Großteil des Kohlendioxid wieder frei gäben.
Für die mehr als 2 Millionen
Euro teure Expedition wählten die Forscher den Südatlantik
aus: «Dort gibt es hohe Nährstoffkonzentrationen und
viel Licht, doch die Algen wachsen trotzdem nicht - weil Eisen
fehlt», sagte Colijn. In der Nordsee etwa gebe es keinen
Eisenmangel. Ein Gesamtergebnis erwartet Colijn frühestens
in sechs Monaten.
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