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- 27.01.2004 -

 

 

 

 


 

Ozeane:

Künstliche Algenblüte gegen Treibhauseffekt

Ein internationales Forscherteam will im Südatlantik herausfinden, ob eine künstliche Algenblüte den drohenden Klimawandel bremsen kann.

Büsum/Kapstadt (dpa) -«Das Phytoplankton der Meere mit seinen Milliarden von winzigen Sauerstoff produzierenden Algen spielt nicht nur für die Nahrungskette der Ozeane, sondern auch für das Weltklima eine entscheidende Rolle», sagte der Direktor des Büsumer Forschungs- und Technologiezentrums (FTZ), Franciscus Colijn (58), im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Algen binden beim Wachstum große Mengen des Treibhausgases Kohlendioxid.

«Wir wollen herausfinden, ob Eisendüngung von Meeresalgen das Treibhausproblem vermindern kann», sagte Colijn, der zum Team gehört. «Bisher wissen wir noch nicht, welche Auswirkungen Eisendüngung auf den Klimawandel wirklich haben kann, und wir kennen auch noch nicht alle "Nebenwirkungen" auf das Ökosystem Ozean.» Insgesamt sind 49 Wissenschaftler mit dem Forschungsschiff «Polarstern» von Kapstadt aus zu einer zweimonatigen Expedition gestartet.

 


© Philipp Assmy, AWI

Planktonalgen innerhalb eines mit Eisen gedüngten Flecks im Südozean, aufgenommen im Jahr 2000 von "Polarstern". Zu sehen sind nadelförmige Pseudonitzschia und eine Kette von Fragilariopsis kerguelensis im Vordergrund.

 

Nahe der Antarktis wollen die Forscher aus 9 Nationen in einem 200 Quadratkilometer großen Testgebiet die Algen düngen, 20 Tonnen Eisensulfat haben sie an Bord. «Eine wichtige Aufgabe ist dann die Bilanzierung des Kohlendioxids», sagte Colijn. Die Frage sei, ob das von den Algen gebundene Kohlendioxid dauerhaft im Meer bleibe, oder ob die Algen gefressen oder zersetzt werden und damit ein Großteil des Kohlendioxid wieder frei gäben.

Für die mehr als 2 Millionen Euro teure Expedition wählten die Forscher den Südatlantik aus: «Dort gibt es hohe Nährstoffkonzentrationen und viel Licht, doch die Algen wachsen trotzdem nicht - weil Eisen fehlt», sagte Colijn. In der Nordsee etwa gebe es keinen Eisenmangel. Ein Gesamtergebnis erwartet Colijn frühestens in sechs Monaten.

 

 Mehr Informationen:

FTZ

Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI)

Die Farbe des Meeres - Phytoplankton im Weltozean

 

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