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Treibhauseffekt:
Kohlenstoff verzweifelt gesucht!
In der Bilanz der Klimaforscher
fehlen Milliarden Tonnen Kohlenstoff, über die sie nichts
wissen. Sie befürchten eine radikale Zunahme des Treibhauseffekts.
Hamburg (vv) - Jedes Jahr pustet
unsere Zivilisation acht Milliarden Tonnen Kohlenstoff in die
Atmosphäre. Weniger als die Hälfte bleibt nachweislich
dort und heizt die Erde auf. Klimaforscher in aller Welt rätseln
allerdings, wohin der Rest des Kohlenstoffs verschwindet. Sie
befürchten eine radikale Zunahme des so genannten Treibhauseffekts,
wenn auch dieser Kohlenstoff als Kohlendioxid irgendwann in die
Atmosphäre gelangen sollte. Über die Suche nach dem
verlorenen Kohlenstoff berichtet das Magazin "National Geographic
Deutschland" in seiner Februar-Ausgabe.
Es gibt unterschiedliche Vermutungen,
wo sich die fraglichen vier Milliarden Tonnen Kohlenstoff befinden.
So schlucken die Meere wahrscheinlich die Hälfte dieser Gase,
ein anderer Teil wird von den Wäldern absorbiert. Aber auch
wenn man alle möglichen Kohlenstoffspeicher zusammenrechnet,
fehlen in der Bilanz der Klimaforscher noch etwa 1,5 Milliarden
Tonnen, über die sie nichts wissen.
Durch die Folgen der Erderwärmung
droht die Gefahr, dass die natürlichen Kohlenstoffspeicher
ihre Aufnahmekapazitäten für Kohlendioxid verlieren.
Wenn Meere und Wälder demnächst mehr Kohlenstoff abgeben
als sie aufnehmen, befürchten Forscher, dass es möglicherweise
schon vor dem Jahr 2050 zu dramatischen Klimaveränderungen
kommt.
Eine weitere Zeitbombe tickt
in der Erde: Im Permafrostboden lagern große Reserven an
Torf und anderen kohlenstoffreichen organischen Stoffen - weltweit
schätzungsweise 200 Milliarden Tonnen. Wenn dieser Boden
durch die globale Erwärmung auftauen und auch nur ein Teil
dieses Kohlenstoffs freigesetzt werden würde, droht weltweit
ein noch steilerer Anstieg der Temperaturkurve. Und damit die
Gefahr einer Zunahme von Hitzewellen, extremen Unwettern, Überschwemmungen,
großen Dürren und Epidemien. Die Elbeflut 2002 oder
die europaweite Jahrhundertdürre im Sommer 2003 wären
dann erst der Anfang eines Klimawandels, den der Mensch zu verantworten
hat.
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