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- 22.01.2004 -

 

 

 

 

 


 

Pökelsalz und Krebs: Freispruch für die Wurst

Wer gerne Gepökeltes isst, kann das auch weiterhin ohne Angst vor einem erhöhten Krebsrisiko tun.

(jkm) - Zu dieser Einschätzung kommen Wissenschaftler der Bundesanstalt für Fleischforschung in Kulmbach. Zwar sei das Nitrit im Pökelsalz ein Ausgangsstoff für die Bildung Krebs erregender Nitrosamine. Die beispielsweise mit Kasseler, Bierschinken oder Dauerwurst aufgenommene Menge sei jedoch relativ gering.

Nach Berechnungen der Kulmbacher Forscher nimmt jeder Bürger pro Tag rund 2,5 Milligramm Nitrit aus Fleischerzeugnissen auf. Eine weitere Quelle sei Nitrat aus pflanzlichen Lebensmitteln, das durch die Mundflora teilweise zu Nitrit reduziert werde. Unabhängig von der Ernährung produziere der Stoffwechsel des Körpers dagegen bis zu 70 Milligramm Nitrit pro Tag.

"Daraus folgt, dass nur etwa drei Prozent des Nitrits aus gepökelten Fleischwaren stammt", so die Bundesanstalt in ihrer Mitteilung. "Die Hauptmenge des Nitrits entsteht durch normale physiologische Prozesse." Erst kürzlich habe ein Gutachten das Gegenteil vermuten lassen.

Die Autoren hätten jedoch nicht berücksichtigt, dass der Großteil des Pökel-Nitrits in Fleischprodukten bereits vor dem Verzehr durch chemische Reaktionen umgesetzt werde und dass Gepökeltes häufig viel Kochsalz enthalte. Der Verzehr stark kochsalzhaltiger Speisen sei ein bekannter Risikofaktor für Magenkrebs.

Pökelsalz macht Fleisch und Fisch haltbarer, indem es Wasser bindet und dadurch das Wachstum von Mikroorganismen hemmt - etwa von Clostridium botulinum, dem Verursacher mitunter tödlicher Lebensmittelvergiftungen. Zudem stoppt es Oxidationsvorgänge und erhält dadurch die rötliche Fleischfarbe.

 

 Mehr Informationen:

Bundesanstalt für Fleischforschung

Nitrosamine

Krebsinformationsdienst, DKFZ Heidelberg

 

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