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- 16.01.2004 -

 

 

 

 

 


 

Viren: Ebola kommt immer wieder

Möglicherweise stecken sich Menschen durch das Fleisch infizierter Tiere, auch das von Menschenaffen, mit dem tödlichen Virus an.

(jkm) - Ausbrüche von Ebola resultieren aus immer neuen Artensprüngen des Erregers und sind keine Spätfolgen eines einzigen Übergangs. Das schließt eine internationale Forschergruppe aus dem genetischen Vergleich der für die jüngsten Ausbrüche verantwortlichen Viren. Umso wichtiger sei es, die Herkunft des Erregers zu ermitteln - zumal dieser auch unter Menschenaffen zahlreiche Opfer fordere.

"Wir wissen nun, dass das Virus sich weniger 'ausbreitet' als vielmehr aus mehreren Quellen im Regenwald überspringt", erläutert William Karesh von der Wildlife Conservation Society. "Eingreifteams müssen Ausbrüche künftig aus einer anderen Perspektive betrachten, um die Folgen sowohl für Menschen als auch für Tiere zu minimieren."

Eine Infektion mit dem Ebolavirus führt zu starken inneren und äußeren Blutungen und verläuft in über 80 Prozent der Fälle tödlich. Der erste bekannte Ausbruch ereignete sich 1976 in der Demokratischen Republik Kongo, ehemals Zaire. Nach einer mehrjährigen Pause trat das Virus 1994 erneut auf, seitdem kam es in immer kürzeren Abständen zu acht weiteren Ausbrüchen.

Ausgangspunkt sind einzelne Personen, die sich an infizierten Affen und Antilopen angesteckt haben, konnten die Forscher um Eric Leroy vom französischen Institut de Recherche pour le Développement nun bestätigen. Wie sie im Magazin "Science" berichten, werden kurz vor dem Auftreten der ersten Krankheitsfälle bei Menschen vermehrt tote Gorillas und Schimpansen gefunden. Ihrer Schätzung nach sterben jeweils Hunderte oder sogar Tausende der ohnehin vom Aussterben bedrohten Menschenaffen

Affen und Antilopen infizieren sich wiederum durch Kontakt mit dem eigentlichen Virusreservoir, das bis heute nicht identifiziert ist. Derartige Artensprünge des Erregers müssen häufig stattfinden, sind Leroy und seine Kollegen überzeugt. Ihren genetischen Vergleichen zufolge gehören die in den letzten zwei Jahren isolierten Ebolaviren zu unterschiedlichen Virusstämmen, die sich schon vor langer Zeit voneinander getrennt haben müssen.

 

 Mehr Informationen:

Ebola-Virus (RKI)

Wildlife Conservation Society

 

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