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- 12.01.2004 -

 


 

Klimawandel: Werden Rekordsommer zur Regel?

Hitzewellen wie im letzten Sommer in Europa könnte es in Zukunft häufiger geben. Davon sind schweizer Klimaforscher überzeugt.

(jkm) - In einer Online-Veröffentlichung im Magazin "Nature" schreiben die Forscher, dass man künftig nicht nur von einer allgemeinen Erhöhung der Temperaturen ausgehen muss, sondern auch von grösseren Schwankungen der sommerlichen Temperaturmittelwerte.

Die Forscher der Eidgenössische Technische Hochschule (ETH) Zürich und von MeteoSchweiz vermuten den Grund für die aussergewöhnlichen Bedingungen des vergangenen Sommers in einer Zunahme der Klimavariabilität. Gegen Ende des Jahrhunderts könnten sehr heisse Sommer eher die Regel als die Ausnahme darstellen. "Unsere Modellrechnungen zeigen, dass ungefähr jeder zweite Sommer in Europa gleich warm oder wärmer ausfallen dürfte als jener des Jahres 2003", sagt Christoph Schär von der ETH. "Ähnliches gilt für die geringen Niederschlagsmengen." Abgesehen von der zu erwartenden Erhöhung des Temperaturmittelwerts werde es auch weiterhin von Zeit zu Zeit kühle, verregnete Sommer geben.

 


© ETH Zürich

Vergleich der durchschnittlichen Sommertemperaturen im Zeitraum 2070-2100 mit denjenigen der Periode 1961 bis 1990: Die Modellrechnungen zeigen, dass im Mittelmeerraum der Effekt der mittleren Erwärmung dominieren wird (links). In Zentral- und Osteuropa muss hingegen mit einer kräftigen Zunahme der Unterschiede von Jahr zu Jahr gerechnet werden (rechts).

 

Stärkere Schwankungen des Sommerklimas könnten es erschweren, sich längerfristig an die Klimaänderung anzupassen, befürchten die schweizer Forscher. Ihre Berechnungen stützen sich auf ein Szenario für den Zeitraum von 2071 bis 2100. Dieses geht davon aus, dass sich die Treibhausgas-Konzentration gegenüber heute verdoppelt.

Für die Ermittlung ihrer Projektionen setzte das Forscherteam der ETH ein neuartiges regionales Klimamodell ein. Gegenüber den gebräuchlichen globalen Zirkulationsmodellen erlaubt es nach Aussage der Forscher eine wesentlich feinere Beschreibung von Klima und Wasserkreislauf.

 

 Mehr Informationen:

ETH Zürich: IAC

vista verde: Klima

 

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