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Forscher:
Zuchtlachse stärker mit Umweltgiften
belastet
Wilde Lachse aus dem Pazifik
sind deutlich geringer mit PCBs, Pestiziden und anderen Umweltgiften
belastet als ihre Artgenossen aus Lachsfarmen.
(jkm) - Dies berichten amerikanische
und kanadische Forscher, die Lachse aus aller Welt verglichen
haben. In europäischen Zuchttieren stießen sie auf
die höchsten Schadstoff-Konzentrationen. Geringer belastet
waren Zuchtlachse aus Nord- und Südamerika.
Die Forscher unter Leitung von
Ronald Hites von der Indiana University kauften rund 700 Lachse
in Kanada, den USA und Europa - unter anderem in London, Paris
und Frankfurt am Main. Sie konzentrierten sich auf wilden Pazifiklachs
und gezüchteten Atlantiklachs. Die Tiere wurden auf polychlorierte
Biphenyle (PCBs), Dioxine, Toxaphene und weitere Umweltgifte überprüft,
die nachweislich die menschliche Gesundheit gefährden.
Einige untersuchte Proben seien
dermaßen stark belastet, dass von ihrem Verzehr ein erhöhtes
Krebsrisiko ausgehe, schreiben die Forscher im Magazin "Science".
Am höchsten seien die Schadstoff-Konzentrationen in schottischem
und dänischem Zuchtlachs.
Weil die Nachfrage nach Lachs
beständig gestiegen ist, stellt die Zucht ein einträgliches
Geschäft dar. Innerhalb der letzten zwanzig Jahre stieg die
gehandelte Menge Zuchtlachs um das 40fache. Über die Hälfte
der Ware stammt aus Nordeuropa, Chile und Nordamerika. Gefüttert
werden viele Tiere offenbar mit minderwertigem Fischmehl und Fischöl.
Über das Futter nehmen die Lachse die Schadstoffe auf, vermuten
die Forscher. Die Ernährung des wilden Pazifiklachses ist
dagegen trotz der Verschmutzung der Meere vergleichsweise gesund.
Wer von gezüchtetem Atlantiklachs
mehr als ein bis zwei Portionen monatlich esse, überschreite
den gesundheitlich bedenklichen Grenzwert an Schadstoffen, sagen
die Wissenschaftler. In den Zuchttieren ermittelten sie für
13 Umweltgifte deutlich höhere Konzentrationen als in den
wilden Lachsen. Wilder Pazifiklachs könne vergleichsweise
bis zu acht mal monatlich verzehrt werden, sagen die Forscher.
Sie fordern, die Herkunft gehandelter Lachse auszuweisen, damit
der Kunde die Qualität der Ware besser beurteilen könne.
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