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Erdbeben und Hitzewelle: 50.000 Tote
bei Naturkatastrophen
Im Jahr 2003 sind nach Beobachtung
der Münchener Rück mehr als 50.000 Menschen bei Naturkatastrophen
gestorben.
München (dpa) - Neben den
mehr als 25.000 Erdbebenopfern im Iran habe in Europa die Hitzewelle
des vergangenen Sommers über 20.000 Menschen getötet,
berichtete der weltgrößte Rückversicherer am Montag.
«Das Jahr 2003 war bis in die letzten Tage geprägt
von einer Reihe schwerer Elementarereignisse mit einer im langfristigen
Vergleich weit überdurchschnittlichen Zahl von Todesopfern.»
Im Vorjahr waren der Versicherung zufolge etwa 11.000 Menschen
bei Naturkatastrophen ums Leben gekommen. Die Versicherungswirtschaft
will auf die hohen Schäden durch Naturkatastrophen mit Prämienerhöhungen
und einer weiteren Haftungslimitierung reagieren.
Die volkswirtschaftlichen Schäden
durch Naturkatastrophen stiegen im vergangenen Jahr noch einmal
von von 55 auf 60 Milliarden Dollar (48 Milliarden Euro) an. Allein
die Hitzewelle in Europa verursachte dem Bericht zufolge Schäden
in Höhe von 13 Milliarden Dollar. Wie in den Vorjahren war
ein großer Teil der durch Naturkatastrophen angerichteten
Schäden nicht versichert. Die Münchener Rück schätzt,
dass die Versicherer insgesamt etwa 15 Milliarden Dollar (Vorjahr:
11,5 Mrd) auszahlten. Den größten versicherten Schaden
richtete mit gut 3 Milliarden Dollar eine Tornadoserie im Mai
im Mittleren Westen der USA an.
Etwa 70 Erdbeben verursachten
im abgelaufenen Jahr laut Münchener Rück Schäden
von etwa 6 Milliarden Dollar an. Nur 100 Millionen Dollar davon
waren versichert. Der Iran liege in einer seismisch sehr aktiven
Region. Im vergangenen Jahrhundert habe es dort sechs Beben mit
mehr als 5000 Opfern gegeben. Weil es in vielen Ländern der
Dritten Welt ähnlich «erschreckend hohe Katastrophenpotenziale»
gebe, will die Münchener Rück ihre Zusammenarbeit mit
der kalifornischen Hilfsorganisation GeoHazards International
erheblich intensivieren. Ziel sei eine bessere Vorsorge gegen
Erdbebenkatastrophen.
Stürme und Unwetter machten
2003 laut Münchener Rück ein Drittel der 700 erfassten
Naturkatastrophen aus. Europa sei in diesem Jahr von schweren
Stürmen weitgehend verschont geblieben. Die Hitzewelle sei
aber ein weiteres Indiz für den Klimawandel. «Wir müssen
uns daran gewöhnen, dass Hitzesommer wie diesmal in Europa
künftig häufiger zu erwarten sind», sagte Gerhard
Berz, Leiter des Bereichs GeoRisikoForschung. Schon Mitte des
Jahrhunderts könne eine solche Hitzewelle mehr oder weniger
der Normalfall sein. Wärmere Sommer bedeuteten aber, dass
Intensität und Häufigkeit von Unwettern weiter zunähmen.
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