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Weltgesundheitsbericht:
Entwicklungsländer übernehmen
auch «westliche» Leiden
Viele «westliche»
Wohlstandskrankheiten treten nun zunehmend auch in Entwicklungs-
und Schwellenländern auf.
Genf (dpa) - Zu den weltweit
zehn größten Gesundheitsrisiken zählen unter anderem
hoher Blutdruck, Tabak- und übermäßiger Alkoholgenuss,
ein hoher Cholesterinspiegel und starkes Übergewicht. Darauf
verweist die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in ihrem am Donnerstag
in Genf vorgestellten «Weltgesundheitsbericht 2003».
Die Entwicklungsländer hätten nun eine «doppelte
Last», weil sie auch noch schwer an den Infektionskrankheiten
wie Malaria oder Aids zu leiden haben.
Nicht übertragbare Krankheiten
waren im vergangenen Jahr für 32 Millionen Tote im Alter
über 15 Jahren verantwortlich. Davon gehen 16,7 Millionen
Fälle auf Herz- oder Schlaganfall zurück.
Eine weitere Bürde der Entwicklungsländer
sei die Zahl der Verkehrsunfälle. Unfälle im Straßenverkehr
werden von der WHO in ihrem Bericht als «versteckte Epidemien»
bezeichnet. So werden mehr als 20 Millionen Menschen im Jahr auf
den Straßen der Welt entweder schwer verletzt oder getötet.
Hinzu kommen andere negative Folgen für die Gesundheit: Lärm,
Abgase und soziale Probleme.
Mit dem Export von Fahrzeugen
sollten die Industrienationen nach Ansicht der WHO auch Verantwortung
für das Wohlbefinden nicht nur ihrer Kunden, sondern auch
der Fußgänger übernehmen. Deswegen müssten
die in den schon motorisierten Ländern gemachten Erfahrungen
den Ländern mit rapide wachsenden Verkehrsaufkommen schneller
und leichter zugänglich gemacht werden.
An Erkrankungen infolge des Rauchens
sterben ausweislich des Berichtes weltweit etwa fünf Millionen
Menschen. Mit ihrer im Mai gebilligten Tabakkonvention hat die
WHO nun ein Instrument zur Eindämmung des Konsums, etwa durch
Rauch- und Werbeverbote in der Hand. Allerdings haben erst fünf
Staaten die Konvention ratifiziert. 40 müssen es sein, wenn
sie in Kraft treten kann. 80 haben bisher unterschrieben - von
192 Staaten.
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