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- 18.12.2003 -

 

 

 


 

Klimawandel: Salzgehalt der Meere ändert sich

Die Ozeane am Äquator werden seit 40 Jahren immer salziger, während der Salzgehalt an den Polen abnimmt. Forscher befürchten Auswirkungen auf die Meeresströmungen und das Weltklima.

(jkm) - Der Atlantische Ozean wird in tropischen Regionen seit rund 40 Jahren immer salziger. In den Gewässern rund um die Pole dagegen nimmt der Salzgehalt ab. Verantwortlich sei die globale Erwärmung, glauben Klimaforscher. Das wärmere Klima lässt demnach rund um den Äquator zunehmend mehr Wasser verdunsten. Dadurch steigt der Salzgehalt besonders in der südlichen Hälfte des Atlantischen Ozeans.

Erst in Polnähe regnet die Feuchtigkeit wieder ab, berichten Ruth Curry vom amerikanischen WHOI Physical Oceanography Department sowie zwei weitere Klimaforscher im Magazin "Nature". Sie ermittelten, dass infolge des steigenden Anteils an Frischwasser im Nordpolarmeer dessen Salzkonzentration in den letzten 40 Jahren deutlich zurückgegangen ist.

 


© Ruth Curry/Jack Cook/WHOI

Der Atlantische Ozean wird in tropischen Regionen seit rund 40 Jahren immer salziger. Gelbe, orange und rote Bereiche zeigen höhere Salzkonzentrationen, blaue und grüne niedrigere.

 

Der Atlantische Ozean funktioniert wie eine riesige Pumpe, die das Wasser zwischen Grönland und Südamerika umwälzt. Sie befördert warmes Oberflächenwasser vom südlichen in den nördlichen Atlantik. Über den Golfstrom reichen die Ausläufer der warmen Strömung bis in die Nordsee. Der Kreislauf wird aber nur in Gang gehalten, wenn vor Grönland kaltes salziges - und damit schweres - Wasser in die Tiefe sinkt und nach Süden strömt. Je geringer die Salzkonzentration im nördlichen Oberflächenwasser ausfällt, um so langsamer wird die Pumpe.

Aus Klimadaten der letzen 50 Jahre schließen die Forscher, dass sich die Veränderungen in den Salzkonzentrationen seit 1990 beschleunigten. Die 90er Jahre sind immerhin die wärmsten, die sich in den Wetterdaten der letzten 140 Jahre finden lassen. Curry und ihre Kollegen schätzen, dass die Verdunstung über dem Südatlantik innerhalb der letzten 40 Jahre um 5 bis 10 Prozent zunahm.

Im Süden steigt der Salzgehalt, im Norden nimmt er ab. Die Forscher befürchten, dieser Prozess könne sich selbst verstärken und beschleunigen. Langfristig könnten sich die Meeresströmungen und somit sowohl Wasserkreislauf als auch Klimahaushalt unseres Planeten verändern.

 

 Mehr Informationen:

Woods Hole Oceanographic Institution (WHOI)

Nordatlantische und Arktische Oszillation

vista verde: Klima

 

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