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Theorie: Schon Bauern vor 8000 Jahren
sorgten für Erderwärmung
Schon vor 8000 Jahren sollen
die ersten Bauern die Erwärmung unseres Planeten beeinflusst
haben, so die Theorie eines US-Forschers.
London (dpa) - Eine neue Theorie
eines US-Forschers erweitert die Debatte über den Einfluss
der Menschen auf den Klimawandel: Schon die ersten Bauern vor
8000 Jahren sollen die Erwärmung unseres Planeten beeinflusst
haben. Mit Waldrodung in Europa, Indien und China hätten
sie schon damals für einen Anstieg des Treibhausgases Kohlendioxid
gesorgt. Reisanbau und Viehhaltung führten nach der Theorie
von William Ruddiman von der Universität von Virginia in
Charlottesville zu erhöhten Methan-Werten. Dadurch habe sich
die Erde schon vor Beginn der Industrialisierung um fast 0,8 Grad
Celsius erwärmt, berichtet das britische Fachmagazin «New
Scientist» (Nr. 2425, S.16).
Ruddiman bemerkte in alten Eisschichten
auffällige Unterschiede beim Anteil der Treibhausgase. Während
der vergangenen drei Perioden zwischen den Eiszeiten war der Gehalt
an Kohlendioxid und Methan in der Luft im Gleichschritt mit dem
abnehmenden Sommer-Sonnenschein gesunken. Nach der jüngsten
Eiszeit vor 12.000 Jahren durchbrachen die zwei Gase jedoch das
übliche Muster: Kohlendioxid stieg demnach schon vor 8.000
Jahren an, Methan vor 5.000 Jahren.
Sollte sich Ruddimans Theorie
bestätigen, gäbe sie Anlass zu weiteren Spekulationen:
Die Erwärmung soll weltweit 0,8 Grad Celsius, in nördlichen
Breiten sogar bis zu 2 Grad ausgemacht haben. Kanada könnte
somit dank des Klima-Einflusses der ersten Bauern vor einer weiteren
Vereisung bewahrt worden sein. Ohne die Treibhausgase aus der
Landwirtschaft hätten sich nach Ansicht des Forschers vor
rund 4000 Jahren erneut Gletscher über das nordöstliche
Kanada ausgebreitet.
Ruddimans Theorie sei zwar provokativ,
sagte der US- Gletscherforscher Richard Alley von der Pennsylvania
State University dem «New Scientist», aber «sie
sollte unbedingt weiterverfolgt werden».
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