|
Alkohol: Kein Schutzeffekt auf das Gehirn
Mäßiger Alkoholkonsum
hat keinen positiven Effekt auf das Gehirn, haben amerikanische
Mediziner im Rahmen einer groß angelegten Studie ermittelt.
(jkm) - Anders als frühere
Untersuchungen fanden sie keinen Zusammenhang zwischen der wöchentlich
konsumierten Alkoholmenge und der Häufigkeit von Schlaganfällen.
Im Gegenteil scheint Alkohol das Gehirn sogar schrumpfen zu lassen.
Schwerer Alkoholkonsum schädige
das Gehirn und erhöhe das Schlaganfallrisiko, erläutert
Jingzhong Ding von der Johns Hopkins University in Baltimore,
Maryland. Einige Studien hätten jedoch vermuten lassen, dass
niedriger oder mäßiger Alkoholkonsum bei Erwachsenen
mittleren Alters sogar vor Veränderungen des Hirngewebes
oder Schlaganfällen schütze.
Ding und seine Kollegen werteten
Kernspin-Aufnahmen von 1.909 Teilnehmern einer Atherosklerose-Studie
aus, die zum Zeitpunkt der Aufnahme mindestens 55 Jahre alt waren
und unter anderem Auskunft über ihre Trinkgewohnheiten gegeben
hatten. Wie die Mediziner im Fachblatt "Stroke" berichten,
fanden sie keinen Zusammenhang zwischen dem Alkoholkonsum und
der Häufigkeit von Infarkten bzw. dem Ausmaß von Läsionen
der weißen Gehirnsubstanz.
Jedoch waren die Hirnventrikel
und die Furchen der Gehirnrinde - von der Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit
erfüllte Räume - umso voluminöser, je mehr Alkohol
die Teilnehmer tranken. Selbst in Maßen genossen, in diesem
Fall definiert als höchstens 14 alkoholische Getränke
pro Woche, scheine Alkohol also zu einem Verlust an Gehirngewebe
zu führen, so Ding und Kollegen. Allerdings sei nur eine
einzige Aufnahme von jedem Teilnehmer angefertigt worden, so dass
man keinen strikten kausalen Zusammenhang herstellen könne.
|