|
WWF-Studie: Gletscherschmelze nimmt immer
bedrohlichere Ausmaße an
Bis zum Ende dieses Jahrhunderts
könnten weltweit fast alle Gletscher geschmolzen sein, sollte
sich das Klima um vier Grad erwärmen.
Rom/Mailand (dpa) - Dies geht
aus einer Studie des World Wide Fund For Nature (WWF) hervor,
die am Donnerstag anlässlich der bevorstehenden Weltklimakonferenz
in Mailand vorgestellt wurde. Dies würde verheerende Folgen
haben, da Gletscher etwa 70 Prozent der weltweiten Trinkwasserreserven
speichern, hieß es. Der UN-Klimarat IPCC sagte eine Erwärmung
von 1,4 bis 5,8 Grad voraus.
Besonders gefährdet seien
die Staaten Ecuador, Peru und Bolivien, wo Gletscher das ganze
Jahr hindurch die Trinkwasserversorgung sichern, sowie Länder
im Himalaya, so der WWF. Die Flüsse, die sich dort aus Gletschern
speisen, versorgen ein Drittel der Erdbevölkerung mit Trinkwasser.
Der WWF appelliert deshalb an
die Teilnehmer der Klimakonferenz, die vom 1. bis 12. Dezember
in der lombardischen Metropole stattfindet, sich verstärkt
für den Klimaschutz einzusetzen. «Alle Staaten müssen
auf der Klimakonferenz auf Russland einwirken, das Klimaschutzprotokoll
von Kyoto zu ratifizieren», sagte Regine Günther, Leiterin
Klimaschutz und Energiepolitik des WWF Deutschland. Außerdem
sollten die Industrienationen das Treffen dazu nutzen, konkrete
Maßnahmen zur Erreichung ihrer Klimaschutzziele festzulegen
und weitere Emissionsreduktionen zu beschließen.
Neuesten Erkenntnissen zufolge
sei das Schmelzen der Gletscher in Alaska in den vergangenen fünf
bis sieben Jahren doppelt so schnell vorangeschritten wir in den
Jahren zuvor, hieß es weiter. Auch in den Alpen habe das
Phänomen bedrohliche Ausmaße angenommen. Dort sei das
Gletschereis in den vergangenen 20 Jahren um 10 bis 20 Prozent
zurück gegangen.
Neben einer akuten Trinkwasserknappheit
werde die Gletscherschmelze in der Zukunft auch zu einem weiteren
Anstieg des Meeresspiegels führen, was vor allem im südlichen
Pazifik und in Asien die Überschwemmung ganzer Landstriche
zur Folge haben würde.
|