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Mediziner: Falsche Ernährung und
zu viel Hygiene Schuld an Allergien
Lebensmittel-Allergien nehmen
nach Angaben von Fachleuten in den westlichen Industrieländern
dramatisch zu.
Göttingen (dpa) - In Deutschland,
Großbritannien und den USA habe bereits jeder fünfte
Einwohner zumindest eine Nahrungsmittel-Unverträglichkeit,
sagte der hannoversche Professor Stephan Bischoff am Freitag bei
einem internationalen Kongress von Ernährungs-Medizinern
in Göttingen. Ein bis zwei Prozent aller Erwachsenen und
zwei bis sechs Prozent aller Kinder hätten mit «echten»
Allergien zu kämpfen.
Ein wesentlicher Grund für
diese Entwicklung ist nach den Worten Bischoffs ein Übermaß
von Hygiene schon im Kindesalter. Das Immunsystem könne sich
nur dann normal entwickeln, wenn es einer gewissen Belastung durch
Krankheitserreger ausgesetzt sei. «Wir leben zu sauber»,
erklärte Bischoff.
«Volkskrankheit Fettleibigkeit»
Auf das Ausmaß der «Volkskrankheit
Fettleibigkeit» wies der hannoversche Professor Michael
Manns hin. «Übergewicht ist eines der größten
Probleme, die wir haben, und in der westlichen Welt sogar der
Killer Nummer 1», sagte der Wissenschaftler. In Deutschland
seien 50 Prozent der Bevölkerung übergewichtig.
Die Professorin Geltrude Mingrone
aus Rom verwies auf die langfristigen Folgen von Fettleibigkeit
wie erhöhte Risiken für Diabetes, Herzinfarkt, Bluthochdruck,
Schlaganfall und bestimmte Krebserkrankungen. Durch eine kalorien-
und fettarme Ernährung könnten diese Risiken aber erheblich
reduziert werden. «Vollkornprodukte, Gemüse und frisches
Obst sollen den Löwenanteil der Ernährung ausmachen»,
sagte Mingrone.
Das zweitägige Wissenschaftler-Treffen
in Göttingen ist der 3. Kongress der europäischen Sektion
des American College of Nutrition. Die 2001 gegründete Fachgesellschaft
widmet sich den Themen Ernährung und Gesundheit.
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