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Studie: Bevölkerung weiß
zu wenig über Herzinfarkt
Über Herzkrankheiten sind
die Deutschen nur höchst mangelhaft informiert, haben Forscher
der Berliner Charité in einer Fragebogenaktion ermittelt.
(jkm) - Auf zwei Berliner Fernbahnhöfen
ließen die Wissenschaftler insgesamt 2.000 Passanten 16
Fragen zum Thema Herzkrankheiten beantworten. 400 der Befragten
beantworteten zusätzlich 6 Fragen zu geschlechtsspezifischen
Unterschieden. Das Ergebnis bezeichnet Gert Baumann, Leiter der
Untersuchung, als "katastrophal".
Laut Statistik kommt es pro Jahr
zu 280.000 Herzinfarkten, jeder zweite verläuft tödlich.
Nicht-Betroffene seien kaum in der Lage, Symptome eines Infarktes
sowie die unterschiedlichen Anzeichen bei Mann und Frau zu erkennen,
kritisieren die Berliner Forscher. Ebenso unbekannt seien die
Risiken, die Diabetes und Bluthochdruck für das Herz bedeuten.
Die Ergebnisse ihrer Umfrage stellen
die Forscher in der Fachzeitschrift "Intensiv- und Notfallmedizin"
vor. Dort berichten sie, dass nur zwei Prozent der Teilnehmer
sämtliche 16 Fragen richtig beantworten konnten. Dabei hatte
jeder Zehnte angegeben, einen medizinischen Beruf auszuüben
und jeder fünfte hatte sogar selbst oder bei einem Angehörigen
einen Herzinfarkt oder entsprechende Symptome erlebt.
Männer und Frauen sowie Bürger
aus alten wie neuen Bundesländern schnitten gleich schlecht
ab. Ältere Menschen über 60 Jahren zeigten sich immerhin
besser informiert als jüngere unter 25 Jahren.
Die Forscher empfehlen umfassende
Aufklärungsmaßnahmen nach dem Vorbild der AIDS-Prävention.
Durch Aufklärung könnten in Deutschland bis zu 200.000
Fälle von chronischen Herzerkrankungen verhindert werden,
sagen die Berliner Mediziner.
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