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Sozialmediziner fordern Umdenken: Vom
Heilen zum Vorbeugen
Deutschland sollte nach Ansicht
von Sozialmedizinern mehr Geld für die Vorbeugung von Krankheiten
ausgeben.
Greifswald (dpa) - Pro Jahr ließen
sich nach Angaben von Sachverständigen rund 18 Milliarden
Euro einsparen, wenn es eine stärkere Umorientierung von
der heilenden Medizin hin zur Vorsorge gebe, sagte der Geschäftsführer
der Deutschen Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention
(DGSMP), Bernt-Peter Robra, am Mittwoch in Greifswald. Rund 450
Sozialmediziner beraten bis Samstag neueste Ergebnisse der bevölkerungsbezogenen
Gesundheitsforschung.
Mit jährlichen Ausgaben
für die Prävention von rund einem Prozent des etwa 200
Milliarden Euro umfassenden Gesundheitsetats könnte die Gesundheit
der Bevölkerung bereits spürbar verbessert werden, sagte
der Präsident der Gesellschaft, Johannes Gostomzyk.
Der Greifswalder Sozialmediziner
Ulrich John sprach sich für den Einsatz neuer Präventionsmethoden
aus. Deutschland gehört mit einem Durchschnittskonsum von
10,5 Litern reinem Alkohol pro Kopf und Jahr und mit einem Raucher-Anteil
von 36,7 Prozent der über 18-jährigen Männern weltweit
zu den «Hochkonsumländern».
Die Millionen schweren Kampagnen
der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gingen
jedoch an der Mehrheit der Raucher vorbei. Es gebe effektivere
Methoden. Rund 90 Prozent der Erwachsenen hätten jährlich
Kontakt zu einem Arzt. In dieser Situation seien sie besonders
empfänglich für die Motivierung zu gesundheitsbewussterem
Verhalten. Allerdings setze dieser Ansatz eine bessere Ausbildung
der Mediziner voraus, sagte John.
Die Sozialmediziner und Epidemiologen
stellen auf ihrer 39. Jahrestagung in rund 120 Vorträgen
Forschungsergebnisse über den Zusammenhang zwischen Gesundheit
und sozialer Lage vor.
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