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Kohlendioxid: Starke Ansäuerung
der Ozeane befürchtet
Das Treibhausgas Kohlendioxid
schadet nicht nur dem Klima sondern einer US-Studie zufolge auch
den Ozeanen.
(jkm) - Der ungezügelte Ausstoß
des Treibhausgases Kohlendioxid würde nicht nur eine deutliche
Erwärmung bewirken, sondern auch die Chemie der Ozeane beeinflussen.
Zwei amerikanische Klimatologen schätzen, dass der Säuregrad
des Meerwassers in den kommenden Jahrhunderten höhere Werte
erreichen könnte, als bei jeder natürlichen Veränderungen
in den letzten 300 Millionen Jahren.
Diese Ansäuerung würde
eine Bedrohung für Fauna und Flora des Meeres darstellen,
schreiben Ken Caldeira und Michael Wickett vom kalifornischen
Lawrence Livermore National Laboratory im Magazin "Nature".
"Korallenriffe, Kalk abscheidendes Plankton und andere Organismen,
deren Skelett oder Schale Calciumcarbonat enthält, könnten
besonders stark beeinflusst werden."
Bei der Verbrennung fossiler Energieträger
wird Kohlendioxid freigesetzt, das im Meerwasser zu "Kohlensäure"
reagiert. Caldeira und Wickett gingen nun davon aus, dass die
Emissionen etwa bis zum Jahr 2100 ungebremst ansteigen und dann
wieder sinken, indem die Brennstoffvorräte zur Neige gehen.
Ihren Modellrechnungen zufolge würde der Kohlendioxidgehalt
der Atmosphäre unter diesen Bedingungen um das Jahr 2300
mehr als das Fünffache des heutigen Wertes erreichen. Als
Folge würde der pH-Wert in den oberflächennahen Schichten
der Meere um 0,77 Einheiten sinken, entsprechend einem Anstieg
des Säuregehaltes um fast das Sechsfache.
"Basierend auf den atmosphärischen
CO2-Gehalten in den letzten 300 Millionen Jahren und unserem geochemischen
Modell, gibt es keinen Beleg dafür, dass der pH-Wert der
Ozeane mehr als 0,6 Einheiten unter dem heutigen Wert lag",
so die Forscher. Ähnlich starke Veränderungen der Meereschemie
könnten vielleicht nur durch Einschläge riesiger Himmelskörper
oder katastrophale Methanfreisetzungen aus Gashydraten verursacht
werden.
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