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Schweiz:
Suche nach dem ältesten Eis der
Alpen
Gletscherforscher wollen am
schweizer Berg Monte Rosa das älteste Eis der Alpen frei
bohren.
(jkm) - Es könnte den Schätzungen
zufolge bis zu 10.000 Jahre alt sein. Die Forscher unter der Leitung
des schweizer Paul Scherrer Instituts hoffen, die Klimaentwicklung
der vergangenen 500 Jahre besser beschreiben zu können und
die Schadstoffemissionen aus der Zeit des Römischen Reiches
ans Licht zu bringen.
Der Colle Gnifetti auf 4452 Metern
Höhe - hundert Meter tief unter dem Sattel im Monte-Rosa-Gebiet
- liegt schon lange im Fokus der Glaziologen und Klimaforscher.
Seit vergangenen Samstag sind die Wissenschaftler im Einsatz,
um das Eis bis zum Gletscherbett zu durchbohren. Erste Resultate
aus den Untersuchungen der Eiskerne sind aber erst Anfang 2004
zu erwarten.
Gletschereis eignet sich optimal
als Klimaarchiv, denn atmosphärische Spurenstoffe werden
mit dem Schnee chronologisch abgelagert und konserviert. Die Zusammensetzung
der Isotope im Eis erlaubt Rückschlüsse auf die Temperatur
in der Atmosphäre. Von den Untersuchungen des Bohrkerns vom
Colle Gnifetti erhofft man sich unter anderem Aufschluss darüber,
welche Emissionen die Römer vor 2000 Jahren verursachten.
Für die Wasserleitungen und Trinkgefässe der damaligen
Zeit wurden enorme Mengen Blei gewonnen und verarbeitet. Die dadurch
verursachten Emissionen werden sich wahrscheinlich im Gletschereis
nachweisen lassen - und vielleicht die Spekulationen über
das Schicksal des Römischen Reiches nähren.
Frühere Bohrungen im Monte-Rosa-Gebiet
konnten bereits zeigen, wie zwischen 1870 und 1975 der Sulfatgehalt
rasant anstieg. Sulfat entsteht in der Atmosphäre aus Schwefeldioxid,
das bei der Verbrennung von Kohle und Heizöl entweicht. Die
Messungen belegen auch, dass die Sulfat-Konzentrationen im Eis
der letzten Jahre auf den Stand von 1940 zurückgefallen sind
- eine Folge der Umweltschutzmassnahmen.
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