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Meere:
Plankton "schluckt" weniger
Kohlendioxid
Die "Kohlenstoff-Pumpe"
der Weltmeere ist in den letzten Jahren ins Stocken geraten. Die
Folgen könnten beträchtlich sein.
(jkm) - Amerikanische Geowissenschaftler
und Ökologen haben heraus gefunden, dass die Produktivität
des Meeresplanktons seit Beginn der 80er-Jahre um etwa sechs Prozent
gesunken ist. Die Folgen für den Kohlenstoff-Kreislauf der
Erde könnten beträchtlich sein.
"Unsere Forschung zeigt,
dass die Primärproduktion der Ozeane abnimmt", erläutert
Watson Gregg vom NASA-Goddard Space Flight Center in Greenbelt,
Maryland. "Dies könnte ein Resultat des Klimawandels
sein, etwa infolge erhöhter Temperaturen oder eines verringerten
Eiseneintrags in Teile der Ozeane." Eisen gelangt in Staubwolken
von den Kontinenten in die Meere und ist ein wichtiges Nährelement
für Bakterien und mikroskopisch kleine Algen.
Durch seine Photosynthese entzieht
dieses Plankton der Atmosphäre Kohlendioxid. Indem ein Teil
der Mikroorganismen schließlich zum Meeresgrund sinkt, fungieren
die Ozeane als riesige "Kohlenstoff-Pumpe". Gregg und
seine Kollegen kombinierten Aufnahmen zweier Satelliten mit Daten
von Forschungsschiffen und Messbojen, um mehr über die Arbeit
dieser Pumpe zu erfahren. Bereits im letzten Jahr hatten die Forscher
über einen Rückgang der Planktonorganismen berichtet.
Als Folge ist vor allem in höheren Breiten die Produktivität
der Weltmeere gesunken, schreiben sie nun im Fachblatt "Geophysical
Research Letters".
Für Nordatlantik und Nordpazifik
ermittelten die Forscher einen Rückgang der Netto-Primärproduktion
um 7 bzw. 9 Prozent. Ursache könnten die gestiegenen Oberflächentemperaturen
in diesen Meeresgebieten sein, vermuten sie. Dies bewirke eine
stabilere Schichtung der Wassersäule und damit eine geringere
Durchmischung des Oberflächenwassers mit nährstoffreichem
Tiefenwasser.
Für die Antarktis berechneten
die Forscher sogar eine Abnahme um 10 Prozent. Hier könnten
stärkere Winde das Plankton in tiefere Wasserschichten getrieben
und so vom Licht abgeschnitten haben. Auch sei der Staub- und
Eiseneintrag in die südlichen Meeresgebiete um bis zu 35
Prozent gesunken.
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