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- 17.09.2003 -

 

 

 

 

 

 

 


 

Meere:

Plankton "schluckt" weniger Kohlendioxid

Die "Kohlenstoff-Pumpe" der Weltmeere ist in den letzten Jahren ins Stocken geraten. Die Folgen könnten beträchtlich sein.

(jkm) - Amerikanische Geowissenschaftler und Ökologen haben heraus gefunden, dass die Produktivität des Meeresplanktons seit Beginn der 80er-Jahre um etwa sechs Prozent gesunken ist. Die Folgen für den Kohlenstoff-Kreislauf der Erde könnten beträchtlich sein.

"Unsere Forschung zeigt, dass die Primärproduktion der Ozeane abnimmt", erläutert Watson Gregg vom NASA-Goddard Space Flight Center in Greenbelt, Maryland. "Dies könnte ein Resultat des Klimawandels sein, etwa infolge erhöhter Temperaturen oder eines verringerten Eiseneintrags in Teile der Ozeane." Eisen gelangt in Staubwolken von den Kontinenten in die Meere und ist ein wichtiges Nährelement für Bakterien und mikroskopisch kleine Algen.

Durch seine Photosynthese entzieht dieses Plankton der Atmosphäre Kohlendioxid. Indem ein Teil der Mikroorganismen schließlich zum Meeresgrund sinkt, fungieren die Ozeane als riesige "Kohlenstoff-Pumpe". Gregg und seine Kollegen kombinierten Aufnahmen zweier Satelliten mit Daten von Forschungsschiffen und Messbojen, um mehr über die Arbeit dieser Pumpe zu erfahren. Bereits im letzten Jahr hatten die Forscher über einen Rückgang der Planktonorganismen berichtet. Als Folge ist vor allem in höheren Breiten die Produktivität der Weltmeere gesunken, schreiben sie nun im Fachblatt "Geophysical Research Letters".

Für Nordatlantik und Nordpazifik ermittelten die Forscher einen Rückgang der Netto-Primärproduktion um 7 bzw. 9 Prozent. Ursache könnten die gestiegenen Oberflächentemperaturen in diesen Meeresgebieten sein, vermuten sie. Dies bewirke eine stabilere Schichtung der Wassersäule und damit eine geringere Durchmischung des Oberflächenwassers mit nährstoffreichem Tiefenwasser.

Für die Antarktis berechneten die Forscher sogar eine Abnahme um 10 Prozent. Hier könnten stärkere Winde das Plankton in tiefere Wasserschichten getrieben und so vom Licht abgeschnitten haben. Auch sei der Staub- und Eiseneintrag in die südlichen Meeresgebiete um bis zu 35 Prozent gesunken.

 

 Mehr Informationen:

NASA GSFC

Die Farbe des Meeres - Phytoplankton im Weltozean

Trügerische Algenträume

 

 Lesen Sie auch:

Meere und Klima: Rätselraten um Kohlenstoff

Klima: Plankton wärmt die Erde

Ozeane: Rückgang von Phytoplankton beobachtet

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