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- 16.09.2003 -

 

 

 

 

 

 

 


 

Tag der Ozonschicht: Trotz großer Anstrengungen keine Entwarnung

Die Ozonschicht ist zwar dabei, sich zu erholen, Entwarnung gibt es jedoch noch nicht und das Risiko von Gesundheitsschäden durch UV-Strahlen steigt weltweit.

Wiesbaden/Genf (dpa) - Weltweit erkranken jährlich 130.000 Menschen an Schwarzem Hautkrebs. 66.000 Menschen sterben nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO pro Jahr an verschiedenen Hautkrebstypen. Das Risiko von Gesundheitsschäden durch UV-Strahlen steige weltweit auf Grund der geschädigten Ozonschicht, und weil die Menschen sich immer häufiger sonnten, sagte Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation WHO, Lee Jong-wook. WHO und das UN- Umweltprogramm UNEP in Genf haben anlässlich des Internationalen Tags zum Schutz der Ozonschicht an diesem Dienstag ein neues Erziehungsprogramm herausgegeben. Für dieses Jahr hatten Forscher ein Ozonloch von Rekordgröße über der Antarktis vorausgesagt.

Die Ozonschicht sei zwar dabei, sich zu erholen, erläuterte UNEP- Direktor Klaus Töpfer. Aber das Problem sei noch lange nicht gelöst. Nötig sei der Produktionsstopp des Ozon zerstörenden Pflanzenschutzmittels Methylbromid. Zudem müsse der illegale Handel mit Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKW) bekämpft werden, und das Protokoll von Montreal zum Schutz der Ozonschicht sollte auch in Entwicklungsländern komplett umgesetzt werden.

In Deutschland sei der Verbrauch Ozon schädigender Stoffe weiter deutlich gesunken, berichtete das Statistische Bundesamt (destatis) in Wiesbaden. Gemessen an der Schädlichkeit für die Ozonschicht hat sich der Einsatz der meist als Kälte-, Treib- oder Lösungsmittel verwendeten Stoffe im Jahr 2001 nahezu halbiert. 2001 sind demnach in Deutschland 9817 Tonnen Ozon schädigende Stoffe verwendet worden, was ungewichtet einen Rückgang um 10,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Dieser Rückgang habe vor allem mit dem verstärkten Einsatz von Ersatzstoffen zu tun, die allerdings meistens auch klimawirksam seien.

Da besonders Kinder und Jugendliche gefährdet seien, unterstützen mehrere UN-Organisationen das neue Erziehungsprogramm «Intersun». Es soll Kindern und ihren Familien helfen, sich gegen Hautkrebs und den Grauen Star zu schützen. Die Linsentrübung kann auch von UV-Strahlen hervorgerufen werden.

UN-Generalsekretär Kofi Annan lobte die Reduzierung der Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW), rief aber zu weiteren Anstrengungen auf. «Wir erleben nun die ersten Anzeichen für eine Erholung der Ozonschicht. Damit sollten wir uns aber nicht begnügen», sagte Annan. Die Ozonschicht bleibe weiter anfällig.

Die Ozonschicht in der Atmosphäre absorbiert ultraviolette Strahlung. FCKW und andere Substanzen bauen die Ozonschicht ab. Klimaforscher gehen davon aus, dass die Ozondichte der 70er Jahre erst in etwa 50 Jahren wieder erreicht werden wird.

 


© NASA/NOAA

Ozonloch über der Antarktis im Oktober 2001

 

 Mehr Informationen:

Intersun

Deutsche Krebshilfe: Hautkrebs (pdf)

Die Ozonloch-Tour

vista verde: Ozonschicht

 

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