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- 03.09.2003 -

 

 

 

 

 

 


 

USA:

Wegen Terror-Angst mehr Tote im Straßenverkehr

Weil viele aus Angst vor Terroranschlägen vom Flugzeug aufs Auto umstiegen, sind in den USA nach dem 11.9.2001 mehr Menschen im Strassenverkehr gestorben.

(jkm) - Menschen neigen dazu, fatale aber seltene Risiken besonders zu fürchten, während sie alltägliche Risiken ohne große Bedenken eingehen. Dieses psychologische Phänomen kostete im Endeffekt etwa 350 US-Amerikaner das Leben, schätzt Gerd Gigerenzer, Direktor am Berliner Max-Planck-Institut für Bildungsforschung.

Der Hintergrund: Nach den Terroranschlägen des 11. September 2001 gingen die Umsätze der Flugzeuggesellschaften um bis zu 20 Prozent zurück. Viele Amerikaner empfanden Fliegen plötzlich als riskant und legten Strecken mit dem Auto zurück, die sie sonst mit dem Flugzeug bewältigt hätten. Gigerenzer berechnete aus den Daten des US-Verkehrsministeriums, wie viele tödliche Unfälle auf amerikanischen Strassen in den drei Monaten nach dem Terroranschlag auf den zusätzlichen Autoverkehr zurückzuführen waren. Sein überraschendes Ergebnis: Aus Furcht vor Flügen haben etwa 350 Menschen ihr Leben verloren - mehr also als bei den vier fatalen Flügen des 11. September zusammen, bei denen 266 Passagiere starben.

Dass Menschen nach dem 11. September 2001 vermehrt auf den Landstrassen und Highways verunglückten, sei in der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt geblieben und nicht als Folge der Flugangst interpretiert worden, bedauert Gigerenzer. Dabei könne mehr Aufklärung nach einer solchen Katastrophe dazu beitragen, dass Menschen bewusster mit ihren instinktiven aber oft falschen Risikoeinschätzungen umgingen. Statistisch gesehen sei das Flugzeug zwar ein weitaus sichereres Verkehrsmittel als das Auto, aber im eigenen Wagen habe der Fahrer das Gefühl, die Risiken besser im Griff zu haben. Eine Fehleinschätzung, wie die Statistik belegt.

 

 Mehr Informationen:

Max-Planck-Institut für Bildungsforschung

DIE ZEIT: Der Tod hat einen Motor

 

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