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- 02.09.2003 -

 

 

 

 

 

 


 

Megafauna:

Mistpilz kündet von Eroberung Madagaskars

Ein im Dung großer Tiere lebender Pilz liefert neue Erkenntnisse über die Besiedlung Madagaskars durch den Menschen.

(jkm) - Wie auch in Nordamerika oder Australien dezimierten die ersten Siedler die großen Pflanzenfresser der Insel binnen kurzer Zeit, haben amerikanische Paläontologen ermittelt. Lediglich in einigen unzugänglichen Regionen scheint sich die Megafauna erstaunlich lange gehalten zu haben.

Bislang beschäftigten sich David Burney und seine Kollegen an der Fordham University, New York, vorrangig mit fossilen Pollen, um mehr über die Vegetationsgeschichte Madagaskars zu erfahren. Nun sahen sie ihr Sedimentmaterial nochmals durch und zählten dabei die Sporen von Sporormiella. Der Pilz besiedelt den Dung großer Pflanzenfresser, die Häufigkeit seiner widerstandsfähigen Sporen lässt daher Rückschlüsse auf die Fauna zu.

Bis ins zweite Jahrhundert nach Christus enthalten die meisten Proben große Zahlen von Sporormiella-Sporen, fanden die Forscher. Offenbar streiften damals noch mehrere hundert Kilogramm schwere Elefantenvögel, Riesenlemuren und Zwergflusspferde in großer Zahl durch die ausgedehnten Baumsavannen der Insel. "Mit der Ankunft des Menschen scheint dieses System rasch kollabiert zu sein", schreiben Burney und Kollegen in den "Proceedings of the National Academy of Sciences".

Etwa ab dem Jahr 200 werden die Pilzsporen immer seltener und verschwinden teilweise gänzlich. Lediglich in schwer zugänglichen Gebieten an der Südküste und möglicherweise auch im Hochland Madagaskars scheinen Vertreter der Megafauna noch einige Jahrhunderte überlebt zu haben - Fossilien und örtlichen Legenden zufolge bis ins 12. oder sogar bis ins 17. Jahrhundert.

Die Dezimierung der großen Pflanzenfresser blieb allerdings nicht ohne Folgen, schließen die Forscher aus Holzkohleresten in ihren Proben: Mangels Beweidung nahm die Menge brennbarer Biomasse offenbar so stark zu, dass es immer häufiger zu Flächenbränden kam. Erst ab dem 9. Jahrhundert scheint importiertes Vieh die Rolle der Megafauna teilweise übernommen zu haben.

 

 Mehr Informationen:

"Quaternary Park": Überlegungen zu Wald, Mensch und Megafauna (pdf)

Das größte Ei der Welt

 

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