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Megafauna:
Mistpilz kündet von Eroberung Madagaskars
Ein im Dung großer Tiere
lebender Pilz liefert neue Erkenntnisse über die Besiedlung
Madagaskars durch den Menschen.
(jkm) - Wie auch in Nordamerika
oder Australien dezimierten die ersten Siedler die großen
Pflanzenfresser der Insel binnen kurzer Zeit, haben amerikanische
Paläontologen ermittelt. Lediglich in einigen unzugänglichen
Regionen scheint sich die Megafauna erstaunlich lange gehalten
zu haben.
Bislang beschäftigten sich
David Burney und seine Kollegen an der Fordham University, New
York, vorrangig mit fossilen Pollen, um mehr über die Vegetationsgeschichte
Madagaskars zu erfahren. Nun sahen sie ihr Sedimentmaterial nochmals
durch und zählten dabei die Sporen von Sporormiella. Der
Pilz besiedelt den Dung großer Pflanzenfresser, die Häufigkeit
seiner widerstandsfähigen Sporen lässt daher Rückschlüsse
auf die Fauna zu.
Bis ins zweite Jahrhundert nach
Christus enthalten die meisten Proben große Zahlen von Sporormiella-Sporen,
fanden die Forscher. Offenbar streiften damals noch mehrere hundert
Kilogramm schwere Elefantenvögel, Riesenlemuren und Zwergflusspferde
in großer Zahl durch die ausgedehnten Baumsavannen der Insel.
"Mit der Ankunft des Menschen scheint dieses System rasch
kollabiert zu sein", schreiben Burney und Kollegen in den
"Proceedings of the National Academy of Sciences".
Etwa ab dem Jahr 200 werden die
Pilzsporen immer seltener und verschwinden teilweise gänzlich.
Lediglich in schwer zugänglichen Gebieten an der Südküste
und möglicherweise auch im Hochland Madagaskars scheinen
Vertreter der Megafauna noch einige Jahrhunderte überlebt
zu haben - Fossilien und örtlichen Legenden zufolge bis ins
12. oder sogar bis ins 17. Jahrhundert.
Die Dezimierung der großen
Pflanzenfresser blieb allerdings nicht ohne Folgen, schließen
die Forscher aus Holzkohleresten in ihren Proben: Mangels Beweidung
nahm die Menge brennbarer Biomasse offenbar so stark zu, dass
es immer häufiger zu Flächenbränden kam. Erst ab
dem 9. Jahrhundert scheint importiertes Vieh die Rolle der Megafauna
teilweise übernommen zu haben.
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