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China:
Rätsel um Malaria-Mittel gelöst
Im Kampf gegen die Tropenkrankheit
Malaria haben Wissenschaftler offenbar das Geheimnis eines jahrhundertealten
chinesischen Heilmittels gelüftet.
(jkm) - Seit Jahrhunderten wird
in China ein Beifuß-Gewächs gegen Malaria eingesetzt.
Erst jetzt haben britische und japanische Forscher herausgefunden,
wie der verantwortliche Inhaltsstoff des Krauts seine Wirkung
entfaltet. Demnach tötet die Substanz die Parasiten, indem
sie eines ihrer Proteine blockiert. Die Resultate könnten
zur Entwicklung noch effektiverer Malaria-Mittel führen,
wie sie angesichts zunehmender Resistenzen gegen herkömmliche
Wirkstoffe dringend benötigt werden.
Aus dem einjährigen Beifuß
(Artemisia annua) gewonnen, spielen das Artemisinin und seine
Abkömmlinge auch in der westlichen Medizin seit einigen Jahren
eine wichtige Rolle bei der Bekämpfung der Malaria. Jährlich
erkranken schätzungsweise bis zu 500 Millionen Menschen an
der Krankheit, über eine Million sterben an der Infektion
mit den einzelligen Parasiten der Gattung Plasmodium.
Artemisinin enthält eine
Art Brücke aus zwei Sauerstoffatomen. Bislang nahm man an,
dass diese chemisch brisante Peroxid-Brücke im Innern der
Parasiten gespalten wird und daraufhin große Mengen freier
Radikale produziert. Die Forscher um Sanjeev Krishna von der Londoner
St. George's Hospital Medical School glauben nun, dass dieser
"Streubomben-Effekt" eine untergeordnete Rolle spielt.
Ihre Experimente lassen vielmehr vermuten, dass sich der Wirkstoff
an ein wichtiges Protein der Erreger anlagert und so dessen Funktion
hemmt. Bei dem Protein handelt es sich um eine Calcium-Pumpe mit
der Bezeichnung PfATP6.
Den Anstoß zu den Untersuchungen
gab die Beobachtung, dass Artemisinin einem bekannten Hemmstoff
anderer Calcium-Pumpen ähnelt. Unter anderem schleusten die
Forscher das PfATP6-Gen in Eizellen von Krallenfröschen ein.
Die Vermessung dieser großen Zellen bestätigte, dass
Artemisinin die Funktion des Proteins blockiert. Experimente mit
infizierten roten Blutkörperchen zeigten zudem, dass der
Wirkstoff im Zellplasma der Plasmodium-Parasiten seine Wirkung
entfaltet. Bislang war man davon ausgegangen, dass er in die Nahrungsvakuole
der Erreger - gewissermaßen deren Darm - transportiert und
dort durch Eisen aus verdautem Hämoglobin aktiviert wird.
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