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- 15.08.2003 -

 

 

 

 

 


 

Tiefsee: Mikrobe bricht Temperaturrekord

Manche mögen's heiß, manche heißer: Ein Einzeller aus der Tiefsee vermehrt sich selbst bei einer Temperatur von 121 Grad Celsius noch.

(jkm) - Derart hitzefest, übersteht die Mikrobe aus dem Reich der Archäen gängige Prozeduren zum Sterilisieren mikrobiologischer und medizinischer Gerätschaften, berichten amerikanische Mikrobiologen im Magazin "Science".

Stamm "121", so der vorläufige Name der neu entdeckten Art, bildet einen Tausendstel Millimeter große, kugelförmige Zellen mit einem Geißelschopf und veratmet Eisen-III statt Sauerstoff, schreiben Kazem Kashefi und Derek Lovley von der University of Massachusetts, Amherst. Zum Wohlfühlen benötigen die Zellen eine Temperatur von mindestens 85 Grad Celsius und überstehen auch 130 Grad scheinbar unbeschadet. Der bisherige Temperaturrekord lag bei 113 Grad Celsius.

Seine DNA weist "121" als Vertreter der Archäen aus, neben Bakterien und Lebewesen mit einem echten Zellkern die dritte große Abteilung des Lebens. Diese Mikroben gedeihen häufig in extremen Umgebungen, beispielsweise Geysiren, Vulkanseen mit dem pH-Wert von Magensäure oder tief unter der Erdoberfläche. Kashefi und Lovley fanden den Neuling an einer heißen Quelle namens "Finn", in fast 2.300 Metern Tiefe am Grund des Pazifiks.

Welchen molekularen Anpassungen "121" seine extreme Hitzebeständigkeit verdanke, sei noch unklar. Immerhin lasse sich die Mikrobe - trotz ihrer ganz besonderen Ansprüche - relativ leicht im Labor halten, erläutert Lovley. "Man braucht lediglich einige Öfen, um die Kulturen auf genügend hohe Temperaturen zu bringen - und muss immer daran denken, sie nicht mit bloßen Händen anzufassen."

 


© University of Massachusetts

Mikrobe "121"

 

 Mehr Informationen:

National Science Foundation

g-o.de: Extremophile

 

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