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Tiefsee: Mikrobe bricht Temperaturrekord
Manche mögen's heiß,
manche heißer: Ein Einzeller aus der Tiefsee vermehrt sich
selbst bei einer Temperatur von 121 Grad Celsius noch.
(jkm) - Derart hitzefest, übersteht
die Mikrobe aus dem Reich der Archäen gängige Prozeduren
zum Sterilisieren mikrobiologischer und medizinischer Gerätschaften,
berichten amerikanische Mikrobiologen im Magazin "Science".
Stamm "121", so der
vorläufige Name der neu entdeckten Art, bildet einen Tausendstel
Millimeter große, kugelförmige Zellen mit einem Geißelschopf
und veratmet Eisen-III statt Sauerstoff, schreiben Kazem Kashefi
und Derek Lovley von der University of Massachusetts, Amherst.
Zum Wohlfühlen benötigen die Zellen eine Temperatur
von mindestens 85 Grad Celsius und überstehen auch 130 Grad
scheinbar unbeschadet. Der bisherige Temperaturrekord lag bei
113 Grad Celsius.
Seine DNA weist "121"
als Vertreter der Archäen aus, neben Bakterien und Lebewesen
mit einem echten Zellkern die dritte große Abteilung des
Lebens. Diese Mikroben gedeihen häufig in extremen Umgebungen,
beispielsweise Geysiren, Vulkanseen mit dem pH-Wert von Magensäure
oder tief unter der Erdoberfläche. Kashefi und Lovley fanden
den Neuling an einer heißen Quelle namens "Finn",
in fast 2.300 Metern Tiefe am Grund des Pazifiks.
Welchen molekularen Anpassungen
"121" seine extreme Hitzebeständigkeit verdanke,
sei noch unklar. Immerhin lasse sich die Mikrobe - trotz ihrer
ganz besonderen Ansprüche - relativ leicht im Labor halten,
erläutert Lovley. "Man braucht lediglich einige Öfen,
um die Kulturen auf genügend hohe Temperaturen zu bringen
- und muss immer daran denken, sie nicht mit bloßen Händen
anzufassen."
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