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Antarktis: Eissee könnte übersprudeln
Tief unter dem antarktischen
Eispanzer schlummert ein gigantisches Reservoir an Sprudelwasser,
haben amerikanische Geowissenschaftler berechnet.
(jkm) - Im Wasser des Lake Vostok
ist demnach so viel Gas gelöst, dass der Eissee beim Anbohren
regelrecht übersprudeln könnte. Nicht nur Leib und Leben
der Bohrmannschaften, auch die biologische Unversehrtheit des
Sees wären gefährdet.
"Unsere Untersuchungen zeigen,
dass die US-amerikanischen und russischen Forscherteams beim Anbohren
des Sees vorsichtig sein sollten, da die hohen Gaskonzentrationen
das Wasser instabil und potenziell gefährlich machen könnten",
so Chris McKay vom Ames Research Center der NASA in Moffett Field,
Kalifornien.
Seit 1996 sind rund 80 subglaziale
Seen in der Antarktis entdeckt worden. Mit einer Länge von
240 Kilometern und einer Breite von rund 50 Kilometern ist Lake
Vostok der größte von ihnen. Von einer vier Kilometer
mächtigen Eisschicht bedeckt, könnte er Millionen Jahre
altes Leben enthalten, für das sich Paläontologen wie
Astrobiologen gleichermaßen interessieren. Außer Kälte
und hohen Drücken hätten solche Organismen auch extrem
hohe Sauerstoffkonzentrationen aushalten müssen, berichten
McKay und seine Kollegen nun im Fachblatt "Geophysical Research
Letters".
Mit dem langsam über den
See fließenden Eis gelangt ständig etwas Gas in das
Seewasser. Kälte und Druck könnten dessen Aufnahmekapazität
für Gase zusätzlich erhöht haben, glauben die Forscher.
Unter diesen Bedingungen bilden Wassermoleküle nämlich
regelrechte Käfige für Gase, so genannte Clathrate.
Auf diese Weise könnte sich jeder Liter Wasser im Laufe der
Zeit mit 2,5 Litern Gas "aufgeladen" haben - deutlich
mehr als in manchem Mineralwasser enthalten ist.
Während Getränke dank
Kohlendioxid sprudeln, sollten im Falle des Lake Vostok Stickstoff
und Sauerstoff den Großteil der Gasfracht ausmachen. Tatsächlich
könnte das Wasser des Eissees 50-mal mehr Sauerstoff enthalten
als normales Süßwasser, schreiben die Forscher. "Der
Lake Vostok ist eine extreme, mit Sauerstoff übersättigte
Umgebung", erläutert McKay. In dem See lebende Organismen
hätten daher spezielle Schutzenzyme entwickeln müssen,
um Schäden durch das aggressive Gas vorzubeugen.
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