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- 12.08.2003 -

 

 

 

 

 

 


 

Antarktis: Eissee könnte übersprudeln

Tief unter dem antarktischen Eispanzer schlummert ein gigantisches Reservoir an Sprudelwasser, haben amerikanische Geowissenschaftler berechnet.

(jkm) - Im Wasser des Lake Vostok ist demnach so viel Gas gelöst, dass der Eissee beim Anbohren regelrecht übersprudeln könnte. Nicht nur Leib und Leben der Bohrmannschaften, auch die biologische Unversehrtheit des Sees wären gefährdet.

"Unsere Untersuchungen zeigen, dass die US-amerikanischen und russischen Forscherteams beim Anbohren des Sees vorsichtig sein sollten, da die hohen Gaskonzentrationen das Wasser instabil und potenziell gefährlich machen könnten", so Chris McKay vom Ames Research Center der NASA in Moffett Field, Kalifornien.

Seit 1996 sind rund 80 subglaziale Seen in der Antarktis entdeckt worden. Mit einer Länge von 240 Kilometern und einer Breite von rund 50 Kilometern ist Lake Vostok der größte von ihnen. Von einer vier Kilometer mächtigen Eisschicht bedeckt, könnte er Millionen Jahre altes Leben enthalten, für das sich Paläontologen wie Astrobiologen gleichermaßen interessieren. Außer Kälte und hohen Drücken hätten solche Organismen auch extrem hohe Sauerstoffkonzentrationen aushalten müssen, berichten McKay und seine Kollegen nun im Fachblatt "Geophysical Research Letters".

Mit dem langsam über den See fließenden Eis gelangt ständig etwas Gas in das Seewasser. Kälte und Druck könnten dessen Aufnahmekapazität für Gase zusätzlich erhöht haben, glauben die Forscher. Unter diesen Bedingungen bilden Wassermoleküle nämlich regelrechte Käfige für Gase, so genannte Clathrate. Auf diese Weise könnte sich jeder Liter Wasser im Laufe der Zeit mit 2,5 Litern Gas "aufgeladen" haben - deutlich mehr als in manchem Mineralwasser enthalten ist.

Während Getränke dank Kohlendioxid sprudeln, sollten im Falle des Lake Vostok Stickstoff und Sauerstoff den Großteil der Gasfracht ausmachen. Tatsächlich könnte das Wasser des Eissees 50-mal mehr Sauerstoff enthalten als normales Süßwasser, schreiben die Forscher. "Der Lake Vostok ist eine extreme, mit Sauerstoff übersättigte Umgebung", erläutert McKay. In dem See lebende Organismen hätten daher spezielle Schutzenzyme entwickeln müssen, um Schäden durch das aggressive Gas vorzubeugen.

 

 Mehr Informationen:

Subglacial Antarctic Lake Exploration

Lake Vostok (Flash-Animation)

Clathrate / Gashydrate

g-o.de: Extremophile

 

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Bakterien: Wasserstoff statt Sonnenlicht

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