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- 11.08.2003 -

 

 

 

 

 

 


 

Australien:

Massensterben durch prähistorische Brandstifter?

Nicht die Jagd oder Klimaveränderungen sondern von Menschen gelegte Steppenbrände könnten zum plötzlichen Untergang der australischen Megafauna vor 50.000 Jahren geführt haben.

(jkm) - Gewaltige Kängurus, meterlange Echsen, Beutellöwen und flugunfähige Riesenvögel lebten einst auf dem fünften Kontinent. Statt Jagd oder Klimaveränderungen könnten Steppenbrände zum plötzlichen Untergang dieser Megafauna geführt haben, glauben amerikanische und australische Paläontologen. Ihre Analyse fossiler Eierschalen deutet darauf hin, dass vom Menschen gelegte Feuer die Lebensgrundlage zumindest einiger Riesen zerstörten.

Die australische Megafauna starb vor 50.000 bis 46.000 Jahren aus, erläutert Gifford Miller von der University of Colorado in Boulder. Dieser Zeitraum, "kurz nach der wahrscheinlichen Ankunft des Menschen auf dem Kontinent, vor etwa 55.000 Jahren, deutet auf eine menschliche Beteiligung bei der Auslöschung hin, sagt jedoch nichts über den Prozess aus." So befürworten einige Forscher das "Blitzkrieg-Szenario", demzufolge menschliche Jäger die riesigen Tiere rasch ausrotteten. Andere sehen die Ursache in der Norddrift des australischen Kontinents und den resultierenden klimatischen Veränderungen.

Miller und seine Kollegen untersuchten bis zu 130.000 Jahre alte Eierschalen des riesigen Entenvogels Genyornis und gleichfalls imposanten Emus (Dromaius). In den kalkigen Eierschalen enthaltene Kohlenstoffisotope zeigten, dass erstere sich hauptsächlich von Pflanzen ernährten, die nach einer Besonderheit ihrer Photosynthese C4-Pflanzen genannt werden. Vor allem Gräser fallen in diese Gruppe. Vor etwa 50.000 Jahren scheinen diese Pflanzen jedoch knapp geworden sein, berichteten Miller und seine Kollegen kürzlich auf dem Kongress der International Union for Quarternary Research in Reno, Nevada.

Bis zu diesem Zeitpunkt waren C4-Pflanzen auch von Emus nicht verschmäht worden, plötzlich fiel ihr Anteil an der Emu-Nahrung jedoch unter 50 Prozent. Genyornis hielt sich dagegen bis zu seinem Aussterben fast ausschließlich an diese Pflanzen. Aufgrund dieser und weiterer Befunde vermuten Miller und seine Kollegen, dass vom Menschen gelegte Feuer vor 50.000 Jahren die trockenen Steppen Australiens heimsuchten, so das Magazin "New Scientist". Anders als Emus konnten Genyornis und andere große Pflanzenfresser nicht durch eine Nahrungsumstellung reagieren und starben schließlich aus.

 


© ArtToday

Aborigines nutzen die kontrollierten Feuer seit Jahrhunderten.

 

 Mehr Informationen:

NewScientist

Australian Megafauna

Dinnertime at Cuddie Springs

"Quaternary Park": Überlegungen zu Wald, Mensch und Megafauna (pdf)

 

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