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Malaria: Arznei mit Nebenwirkungen für
Mücken
Würde die Behandlung von
Malaria-Patienten mit der Bekämpfung von Stechmücken
verbunden, könnte man die Insekten besser kontrollieren und
gleichzeitig die Belastung der Umwelt mit Insektiziden verringern.
(jkm) - Medikamente für Malaria-Patienten
haben unerwartete Nebenwirkungen. Werden die Betroffenen während
der Behandlung von Moskitos gestochen, nehmen die Insekten mit
dem Blut auch Arzneimittel auf. Die Präparate machen sie
gegen manche Insektizid-Wirkstoffe resistent, andere wirken dagegen
um so stärker. Richtig eingesetzt könne der Effekt bei
der Bekämpfung der Stechmücken helfen, haben jetzt Forscher
auf einer Fachtagung angeregt.
"Wenn man die Anwendung von
Medikamenten und Pestiziden abstimmt, lassen sich die Insekten
besser kontrollieren und die Belastung der Umwelt mit Insektiziden
würde zurückgehen", sagte die britische Insektenforscherin
Amanda Callaghan von der University of Reading dem Online-Magazin
von "Nature".
Offenbar beruht die Wirkung auf
den Einfluss des Proteins P-Glycoprotein (P-gp). Es sitzt in den
Membranen sowohl menschlicher als auch tierischer Zellen und pumpt
wie ein Abwasserventil unerwünschte Substanzen nach draußen.
Dazu können auch Arzneimittel gehören, die die Zelle
zu verändern drohen. Krebszellen besitzten beispielsweise
die tausendfache Menge der kleinen Pumpen auf ihren Membranen,
um sich so vor einer medikamentösen Behandlung zu schützen.
Im Falle der Moskitos schützen
deren P-gp-Proteine den Organismus, indem sie Pestizide aus den
Zellen entfernen. Saugen die Stechmücken aber Blut von Patienten,
die mit dem Malaria-Medikament Quinin behandelt werden, kommen
die Pumpen zum Stillstand. Die Insekten sind dann doppelt so anfällig
für drei verschiedene Pestizide, berichteten Callaghan und
ihre Kollegen auf der Tagung der "Royal Entomological Society".
Gleichzeitig werden die Moskitos aber resistent gegen Organophosphate
- Schädlingsbekämpfungsmittel, die bisher gegen Stechmücken
eingesetzt werden.
Warum diese widersprüchlichen
Effekte auftreten, ist noch nicht bekannt. Auf jeden Fall bieten
sich mit der besseren Abstimmung der Substanzen zueinander neue
Chancen, die Behandlung von Malaria-Patienten mit der Bekämpfung
der Stechmücken zu verbinden.
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