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- 05.08.2003 -

 

 

 

 

 


 

Malaria: Arznei mit Nebenwirkungen für Mücken

Würde die Behandlung von Malaria-Patienten mit der Bekämpfung von Stechmücken verbunden, könnte man die Insekten besser kontrollieren und gleichzeitig die Belastung der Umwelt mit Insektiziden verringern.

(jkm) - Medikamente für Malaria-Patienten haben unerwartete Nebenwirkungen. Werden die Betroffenen während der Behandlung von Moskitos gestochen, nehmen die Insekten mit dem Blut auch Arzneimittel auf. Die Präparate machen sie gegen manche Insektizid-Wirkstoffe resistent, andere wirken dagegen um so stärker. Richtig eingesetzt könne der Effekt bei der Bekämpfung der Stechmücken helfen, haben jetzt Forscher auf einer Fachtagung angeregt.

"Wenn man die Anwendung von Medikamenten und Pestiziden abstimmt, lassen sich die Insekten besser kontrollieren und die Belastung der Umwelt mit Insektiziden würde zurückgehen", sagte die britische Insektenforscherin Amanda Callaghan von der University of Reading dem Online-Magazin von "Nature".

Offenbar beruht die Wirkung auf den Einfluss des Proteins P-Glycoprotein (P-gp). Es sitzt in den Membranen sowohl menschlicher als auch tierischer Zellen und pumpt wie ein Abwasserventil unerwünschte Substanzen nach draußen. Dazu können auch Arzneimittel gehören, die die Zelle zu verändern drohen. Krebszellen besitzten beispielsweise die tausendfache Menge der kleinen Pumpen auf ihren Membranen, um sich so vor einer medikamentösen Behandlung zu schützen.

Im Falle der Moskitos schützen deren P-gp-Proteine den Organismus, indem sie Pestizide aus den Zellen entfernen. Saugen die Stechmücken aber Blut von Patienten, die mit dem Malaria-Medikament Quinin behandelt werden, kommen die Pumpen zum Stillstand. Die Insekten sind dann doppelt so anfällig für drei verschiedene Pestizide, berichteten Callaghan und ihre Kollegen auf der Tagung der "Royal Entomological Society". Gleichzeitig werden die Moskitos aber resistent gegen Organophosphate - Schädlingsbekämpfungsmittel, die bisher gegen Stechmücken eingesetzt werden.

Warum diese widersprüchlichen Effekte auftreten, ist noch nicht bekannt. Auf jeden Fall bieten sich mit der besseren Abstimmung der Substanzen zueinander neue Chancen, die Behandlung von Malaria-Patienten mit der Bekämpfung der Stechmücken zu verbinden.

 

 Mehr Informationen:

Nature Science Update

Royal Entomological Society

Malaria

 

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