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- 25.07.2003 -

 

 


 

Ozeane: Begann das Leben in der "Verlorenen Stadt"?

Der Ursprung des irdischen Lebens könnte in 850 Metern Tiefe im Meer nahe beim Mittelozeanischen Rücken liegen.

(jkm) - Dort befindet sich "Lost City", eine Ansammlung von bis zu 60 Meter hohen Türmen und Spitzen aus schneeweißem Kalkstein, aus denen heißes Wasser sprudelt. Ein Team amerikanischer und schweizer Forscher fand jetzt heraus, dass die Quellen seit mindestens 30.000 Jahren existieren und durch chemische Reaktionen angetrieben werden. Diese könnten auch noch mehrere Hunderttausend bis Millionen von Jahren weiter ablaufen, schreiben sie im Magazin "Science".

 


© ETH Zürich

Aktive Quellen an den Karbonatstrukturen von Lost City

 

Die "verlorene Stadt" war vor zwei Jahren zufällig entdeckt worden. Ihre Schlote unterscheiden sich deutlich von den so genannten "Black Smokers", den heißen Quellen am Meeresgrund, die schon seit Anfang der 70er Jahre bekannt sind. Diese Schlote werden von untermeerischen Vulkanen gespeist und stoßen ein 350 Grad Celsius heißes Gemisch aus Wasser und Gasen aus. Obwohl die Umgebung der Schlote lebensfeindlich erscheint, fanden Meeresforscher zu ihrer eigenen Überraschung eine Vielzahl von Pflanzen und Tieren, die die Außenwände der Smokers besiedeln.

Während "Black Smokers" in der Regel direkt auf der Achse des Mittelozeanischen Rücken liegen, befindet sich "Lost City" auf einer Breite von 30 Grad N 15 Kilometer versetzt davon. Die Energie, welche die Wasserzirkulation antreibt, stammt nicht aus vulkanischer Wärme, sondern geht auf eine chemische Reaktion zwischen Meerwasser und Peridotit, einem Gestein aus dem Erdmantel, hervor.

Bei dieser Reaktion wird das Mineral Olivin in Serpentin umgewandelt, wobei Wärme, Methan und Wasserstoff freigesetzt werden. Aus dem Meeresboden treten vergleichsweise milde 40 bis 80 Grad Celsius heiße Fluide aus. Zusammen mit dem Wasserstoff- und Methanreichtum führt dies zu regem mikrobiellen Leben.

Viele Forscher nehmen an, dass die Umwandlung von Olivin in Serpentin auf der frühen Erde häufig vorkam. Dies legt den Schluss nahe, dass es unzählige warme, nährstoffreiche Brutstätten wie Lost City auf der gesamten Erdkugel gab. Damit erweitert sich auch die Anzahl der Nischen, in welchen das Leben am Meeresboden hätte entstehen können, schreiben Forscher der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich und der Universität von Washington in "Science". Das System könne sich durch die natürlichen Vorgänge in der Erdkruste über Jahrmillionen hinweg selbst erhalten und so den Entwiclungsprozess der Lebewesen sichern.

 

 Mehr Informationen:

ETH Zürich

"Lost City"

 

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