|
Hirnströme:
Gedanken steuern Rollstuhl
Gelähmte Menschen könnten
ihre Rollstühle schon bald allein mit der Kraft der Gedanken
steuern. Bisher waren dazu komplizierte Hirn-Implantate nötig.
(jkm) - Eine entsprechende Technik
haben schweizer Forscher mit spanischen Kollegen entwickelt, um
gelähmten Menschen eine selbständige Fortbewegung zu
ermöglichen. Der Rollstuhlfahrer muss lediglich eine spezielle
Kappe tragen, um dem Roboterantrieb seines Fahrzeugs mentale Befehle
zu geben.
Vergleichbare Steuerungen benötigten
bisher komplizierte Hirn-Implantate und waren deshalb nicht praxistauglich.
Das neue Lesegerät der schweizer Forscher kann dagegen die
Hirnströme eines Gelähmten über eine mit Elektroden
besetzte Kopfbedeckung erfassen. Innerhalb von nur zwei Tagen
lasse sich das Steuern des Rollstuhls erlernen, berichtet die
britische Zeitschrift "New Scientist".
Der Prototyp des Roboter-Rollstuhls
versteht bisher drei Befehle: "vorwärts", "rechts"
und "links". Bevor er sich in Bewegung setzt, überprüfen
Infrarot-Sensoren die einzuschlagende Richtung. Ist der Weg frei,
wird dem Fahrer noch einmal per Lichtzeichen angezeigt, wohin
sich der Rollstuhl bewegen will. So lässt sich im Zweifelsfall
die Fahrt auch noch abbrechen.
Noch ist der Rollstuhl nicht marktreif.
Die Entwickler um José Millán vom schweizer Dalle
Molle Institut für künstliche Intelligenz räumen
ein, die Interpretation der Hirnströme müsse noch verfeinert
werden. Im Alltag könnten sonst zahlreiche Sinneseindrücke,
die das Gehirn im Hintergrund verarbeitet, die Steuerungsbefehle
überlagern.
|