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- 21.07.2003 -

 

 

 

 

 


 

Grönland: Tiefste Eisbohrung stößt auf Grund

Nach einer siebenjährigen Bohrung durch die Eismassen Grönlands steht der Forschung nun einmaliges, mehr als 3 km langes Klimaarchiv zur Verfügung.

(jkm) - Sieben Jahre Arbeit unter eisigen Bedingungen sind zu einem glücklichen Ende gekommen: Am Donnerstag letzter Woche stieß der Bohrkopf des internationalen North Greenland Icecore Project (NorthGRIP) auf Schmelzwasser und Schlamm an der Unterseite des grönländischen Eispanzers. Lohn der Mühe sind Bohrkerne mit einer Gesamtlänge von 3084,99 Metern - eines der längsten Archive des Klimas und der Atmosphärenchemie.

"Wir sind begeistert darüber, dass wir ebenfalls Wasser von der Unterseite des Gletschers gewonnen haben", heißt es in einer Mitteilung Bohrkern-Projekts. "Wir hoffen, dass das Wasser Informationen über biologisches Leben auf Grönland vor zwei Millionen Jahren enthält, bevor sich das Inlandeis bildete."

Die Bohrung wurde 1996 im Zentrum Grönlands in einer Höhe von 2.930 Metern über dem Meeresspiegel begonnen. Erstes Zeichen des jetzt erfolgten Durchbruchs war ein Kurzschluss in den elektrischen Systemen des Bohrers. Als dieser zur Oberfläche gezogen wurde, erlebten die Forscher und Techniker eine Überraschung: Den Bohrkopf zierte nun ein 30 Zentimeter langer "Bart" aus wieder erstarrtem, schlammigen Schmelzwasser. Offenbar hatte die Bohrung den Gletscher durchstoßen, denn das zuvor geborgene Bohrkern-Segment war noch absolut klar gewesen. In der Folge füllte sich das Bohrloch 20 Meter hoch mit Schmelzwasser, die Projektmitarbeiter leerten dagegen einige Sektflaschen.

Die Analyse des Bohrkerns und der darin eingeschlossenen Gasbläschen soll Aufschluss über die atmosphärischen Verhältnisse in den vergangenen Jahrtausenden liefern. Besonders interessant ist das rund 120.000 Jahre alte Eis an der Unterseite des Gletschers. Es stammt aus der Übergangszeit zwischen der als Eem bezeichneten Warmzeit und der letzten Eiszeit. "Angesichts der globalen Erwärmung, die die Welt derzeit erlebt, ist zusätzliches Wissen über solche klimatischen Übergänge von großer Bedeutung", so die Forscher.

 


© Departement of Geophysics, Niels Bohr Institute, University of Copenhagen

Wieder erstarrtes, schlammiges Schmelzwasser von der Unterseite des grönländischen Eispanzers


 Mehr Informationen:

North Greenland Icecore Project

Alfred-Wegener- Institut: Glaziologie für Anfänger

Klima, Flora und Fauna im Eiszeitalter

vista verde: Klima

 

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