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Grönland: Tiefste Eisbohrung stößt
auf Grund
Nach einer siebenjährigen
Bohrung durch die Eismassen Grönlands steht der Forschung
nun einmaliges, mehr als 3 km langes Klimaarchiv zur Verfügung.
(jkm) - Sieben Jahre Arbeit unter
eisigen Bedingungen sind zu einem glücklichen Ende gekommen:
Am Donnerstag letzter Woche stieß der Bohrkopf des internationalen
North Greenland Icecore Project (NorthGRIP) auf Schmelzwasser
und Schlamm an der Unterseite des grönländischen Eispanzers.
Lohn der Mühe sind Bohrkerne mit einer Gesamtlänge von
3084,99 Metern - eines der längsten Archive des Klimas und
der Atmosphärenchemie.
"Wir sind begeistert darüber,
dass wir ebenfalls Wasser von der Unterseite des Gletschers gewonnen
haben", heißt es in einer Mitteilung Bohrkern-Projekts.
"Wir hoffen, dass das Wasser Informationen über biologisches
Leben auf Grönland vor zwei Millionen Jahren enthält,
bevor sich das Inlandeis bildete."
Die Bohrung wurde 1996 im Zentrum
Grönlands in einer Höhe von 2.930 Metern über dem
Meeresspiegel begonnen. Erstes Zeichen des jetzt erfolgten Durchbruchs
war ein Kurzschluss in den elektrischen Systemen des Bohrers.
Als dieser zur Oberfläche gezogen wurde, erlebten die Forscher
und Techniker eine Überraschung: Den Bohrkopf zierte nun
ein 30 Zentimeter langer "Bart" aus wieder erstarrtem,
schlammigen Schmelzwasser. Offenbar hatte die Bohrung den Gletscher
durchstoßen, denn das zuvor geborgene Bohrkern-Segment war
noch absolut klar gewesen. In der Folge füllte sich das Bohrloch
20 Meter hoch mit Schmelzwasser, die Projektmitarbeiter leerten
dagegen einige Sektflaschen.
Die Analyse des Bohrkerns und
der darin eingeschlossenen Gasbläschen soll Aufschluss über
die atmosphärischen Verhältnisse in den vergangenen
Jahrtausenden liefern. Besonders interessant ist das rund 120.000
Jahre alte Eis an der Unterseite des Gletschers. Es stammt aus
der Übergangszeit zwischen der als Eem bezeichneten Warmzeit
und der letzten Eiszeit. "Angesichts der globalen Erwärmung,
die die Welt derzeit erlebt, ist zusätzliches Wissen über
solche klimatischen Übergänge von großer Bedeutung",
so die Forscher.
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