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Ozon: Bäume wachsen auf dem Land
schlechter als in der Stadt
Bei einem Versuch wuchsen Bäume
in der Stadt New York zwei Mal so schnell wie in umliegenden ländlichen
Gegenden.
London (dpa) - In New York ist
alles ein wenig größer, sogar die Bäume. In der
Stadt wuchsen die Pappeln (Populus deltoides) bei einem Versuch
zwei Mal so schnell wie in umliegenden ländlichen Gegenden.
Schuld daran sei das Ozon in der unteren Atmosphäre. Die
Menge des Ozons sei auf dem Land deutlich höher als in der
Stadt, berichten US- Forscher im britischen Fachblatt «Nature»
(Bd. 424, S. 183).
Das Gas entsteht bei Sonnenlicht
vor allem in Städten. Es wird dort aber nachts auch wieder
abgebaut. Auf dem Land bleibt es dagegen erhalten. Der durchschnittlich
höhere Ozon-Gehalt auf dem Land scheint sich stärker
auf das Wachstum der Bäume auszuwirken als kurzfristige Ozon-Spitzen,
schreiben die Wissenschaftler. Ihre Studie widerspreche zudem
der Annahme, dass der ländliche Raum ein sicherer Zufluchtsort
vor der Luftverschmutzung in den Städten sei.
Für ihre Wachstums-Untersuchung
pflanzten die Wissenschaftler um Jillian Gregg von der Cornell
Universität in Ithaca (US-Bundesstaat New York) Baumschösslinge
direkt in New York City und im Hudson Valley beziehungsweise auf
Long Island. Über drei Wachstumsperioden nahm die Biomasse
der Bäume in der Stadt doppelt so schnell zu wie auf dem
Land.
Unterschiede in Bodenqualität,
Nährstoffverfügbarkeit, Temperatur oder Kohlendioxidgehalt
schlossen die Wissenschaftler als Ursache für den beobachteten
Unterschied aus. Einzig der Ozon-Gehalt hatte direkten Einfluss
auf das Baumwachstum.
Ozon wird unter Einwirkung von
Sonnenlicht aus Luftschadstoffen gebildet. Allerdings können
sowohl das Ozon als auch die Stoffe, aus denen es gebildet wird,
mit dem Wind von den Städten auf das Land transportiert werden.
Nachts wird kein Ozon gebildet. In den Städten wird dann
das bis dahin angesammelte Ozon durch ausgestoßene Stickstoffoxide
wieder abgebaut. Auf dem Land bleibt das Ozon hingegen erhalten,
da es weniger Stickstoffoxid-Quellen wie etwa Autos gibt.
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