vista verde - Portal für Umwelt und Natur - Werbung 

vista verde SucheNewsForumAktion

v i s t a   v e r d e   n e w s   -  W i s s e n s c h a f t   &   T e c h n i k

News - Seite 1Politik
Natur und Artenvielfalt
Wissenschaft und Technik
Wirtschaft und Energie

- 09.07.2003 -

 

 

 

 

 

 


 

Künstliche Intelligenz:

Ratten-Hirnzellen steuern Zeichenroboter

Australische und US-amerikanische Wissenschaftler haben nach eigenen Angaben eine "neue Klasse kreativer Lebewesen" erschaffen.

(jkm) - Die Forscher verwenden neuronale Signale von Ratten-Hirnzellen in Atlanta, um mit den Daten im australischen Perth einen Roboterarm Bilder zeichnen zu lassen. Die Werke der "halb-lebenden Künstler" werden über drei Filzstifte auf die Leinwand gebracht.

 


© Georgia Institute of Technology

Ein Werk der "halb-lebenden Künstler"

 

Die Idee wurde am Georgia Institute of Technology in Atlanta geboren. Eine Forschergruppe um Steve Potter zog einige Tausend Hirnzellen von Ratten als Laborkultur heran und vernetzte sie mit 60 Elektroden, die die Hirnsignale an einen Computer weiterleiten. Dieser übersetzt die Daten in Anweisungen, die über das Internet an einen Roboterarm an der University of Western Australia in Perth gesendet werden. "Wir wollen etwas erschaffen, dass sich frei entwickelt und sich über die Kunst auszudrücken lernt", erklärt Potter.

Der Amerikaner nahm deshalb Kontakt zu der australischen Gruppe um Guy Ben-Ary auf, die bereits mit dem Projekt "Fish & Chips" Schlagzeilen machte. Die Forscher hatten einzelne Nervenzellen von Fischen auf einem Silizium-Chip angesiedelt und ihre Signale zur Steuerung eines Roboterarms eingesetzt. Von dem neuen Projekt erhoffen sich die Australier Anregungen zur Entwicklung künstlicher Intelligenz. Sie senden Signale ihrer Robotersensoren zurück an das Labor in Atlanta, wo die Daten in elektrische Impulse für die Rattenzellen umgewandelt werden. Die Hirnzellen werden langfristig etwas über den Roboter und seine Umgebung lernen, hoffen die Forscher. Sie erwarten, dass sich dieser Lernprozess dann aus den Zeichnungen ablesen lässt.

Dass Künstler eines Tages durch Roboter ersetzt werden, steht nicht zu befürchten. Die Forscher räumen selbstkritisch ein, die Bilder der Rattenzellen erinnerten sie an Kritzeleien von Dreijährigen. Sie stellen ihr Projekt MEART - für "multi-electrode array art" - auf der Roboter-Talent-Show "Artbots" am 12. und 13. Juli in New York vor.

 

 Mehr Informationen:

Georgia Institute of Technology

"Semi living artists"

MEART

Artbots

 

 Lesen Sie auch:

Organe aus dem Labor: "Fast alles ist möglich - nur Zeit braucht es"

Spaß und Ernst: Roboter kämpfen ums Überleben

zurück zur vorherigen Seite    nach oben

News: Seite 1 | Politik | Natur | Wissenschaft| Wirtschaft
Rubriken: Home | Suche | News | Forum | Aktion
vista verde: Impressum | Hilfe | Werbung

 

© vista verde 2003
Alle Rechte vorbehalten
Jede Vervielfältigung - auch auszugsweise - bedarf der Genehmigung