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Atmosphäre:
Einfluss von Meersalz auf globales Klima
entdeckt
Chemiker haben einen unterschätzten
Mitspieler beim globalen Klima entdeckt: das Meersalz.
Washington/New York (dpa) - Die
winzigen Salzanteile in der Meeresbrise legen sich nicht nur auf
Zunge, Haut und Haare, sondern driften in die Erdatmosphäre
und spielen dort eine weitaus größere Rolle als bisher
angenommen, berichten US-Forscher in der Online-Ausgabe des Fachjournals
«Science» (Sciencexpress) vom Freitag.
Demnach haben die Meersalz-Partikel
in der Atmosphäre einen erheblichen Anteil bei der Umwandlung
von Schwefeldioxid zu Schwefelsäure. Sie seien damit auch
ein wichtiger Faktor bei der Entstehung des sauren Regens, schreiben
die Forscher um Alexander Laskin vom Pazifischen Nordwest-Labor
des amerikanischen Energieministeriums und der Universität
von Kalifornien in Irvine.
Schwefeldioxid wird bei der Verbrennung
von fossilen Brennstoffen mit Schwefelanteil frei. Allerdings
ist der Ausstoß durch moderne der Filtertechnik stark gesunken.
Es entsteht außerdem, wenn natürlich vorkommende Substanzen
mit Schwefelgehalt in die Atmosphäre gelangen und dort chemische
Reaktionen eingehen. Zu Schwefelsäure verwandelt trägt
es nicht nur zum sauren Regen bei, sondern auch zu jenem Dunst
in der Atmosphäre, der sich auf die Wolkenbildung auswirkt
und damit entscheidenden Einfluss auf das Klima hat.
Das Team simulierte im Labor
den Sprühnebel des Meeres und brachte seine Salzpartikel
dann mit drei wichtigen Elementen zusammen, die in der Erdatmosphäre
reichlich vorkommen: Ozon, Wasserdampf und Licht. Durch die Reaktion
verloren die Salzpartikel ihre Neutralität und wurden basisch.
«Klimatologen hatten angenommen, dass Salzteilchen in der
Atmosphäre schnell säurehaltig werden, und hatten deshalb
ihre Rolle auf das Klima unterschätzt», merkt Laskin
an.
Als Basen hingegen könnten
die Partikel weitaus mehr Schwefeldioxid aufnehmen und umwandeln
als vermutet. Deshalb müssten sie künftig stärker
in die Klimaberechnungen miteinbezogen werden. Da drei Viertel
der Erdoberfläche mit Wasser bedeckt sei, treten laut Laskin
«erhebliche Anteile von Meeressalzteilchen in die untere
Atmosphäre ein und könnten wegen ihrer minutiösen
Größe weite Strecken mitgetragen werden.
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