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Meere und Klima:
Rätselraten um Kohlenstoff
Anders als bislang vermutet
sind die Meere keineswegs eine riesige Kohlenstoffsenke. Eher
im Gegenteil.
(jkm) - Wenn Kohle, Öl oder
Gas verbrennen, gelangt Kohlenstoff in die Atmosphäre. Klimaforscher
vermuteten bisher, er werde in großen Mengen aus der Luft
in die Meere abgegeben und schließlich am Meeresgrund gebunden.
Doch wohin der Kohlenstoff wirklich entschwindet, ist wieder eine
offene Frage. Denn die Meere sind keineswegs eine riesige Kohlenstoffsenke,
fanden jetzt australische Forscher heraus. Bohrungen in den Meeresboden
lassen eher das Gegenteil vermuten.
Ozeanographen vom Australischen
Institut für Meeresforschung erbohrten Proben des Meeresbodens
unter anderem vor der Küste Australiens, im Golf von Papua
und vor der Mündung des Amazonas. An den Sedimenten wollten
die Forscher ablesen, wie viel Kohlenstoff durch Ablagerung am
Meeresgrund gebunden wird. Wider Erwarten ergab die Untersuchung
jedoch, dass durch organische Zersetzung mehr Kohlenstoff in die
Atmosphäre abgegeben wird, als sich gleichzeitig durch Ablagerung
ansammelt.
"Dies war eine Überraschung
für uns", sagt Forschungsleiter Gregg Brunskill; "wir
dachten, die tropischen Meere wären Kohlenstoffsenken. Jetzt
mussten wir feststellen, dass wir falsch liegen." Die neuen
Erkenntnisse würden zwar bestehende Klimamodelle nicht in
Frage stellen, sie könnten diese aber verbessern helfen,
hofft der Wissenschaftler.
In ihren Modellen versuchen die
Klimaforscher abzuschätzen, wie viel organische Energieträger
im letzten Jahrhundert verbrannten, wie viel Kohlenstoff aus diesen
Prozessen in die Atmosphäre gelangte und wie viel durch Pflanzen,
Böden und Meere gebunden wurde. Verrechnet man die geschätzten
Mengen mit dem tatsächlichen Vorkommen von CO2 in der Atmosphäre,
so scheinen große Anteile des Kohlenstoffs zu fehlen. Eines
ist jetzt immerhin sicher: Am Grund der tropischen See sucht man
sie vergebens.
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