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Ozonabbau:
Mögliche Kehrseite der Wasserstoff-Wirtschaft
Die Tücken der Technik
machen Wasserstoff zu einem weniger umweltfreundlichen Brennstoff
als gemeinhin angenommen.
(jkm) - Zu diesem Schluss kommen
amerikanische Forscher im Magazin "Science", denn bei
einer Umstellung von fossilen Brennstoffen auf Wasserstoff würden
kaum vermeidbare Gaslecks zu einer Abkühlung der Atmosphäre
und zu hartnäckigeren Ozonlöchern führen.
"Dieses Mal haben wir die
einzigartige Möglichkeit, die Folgen unseres Handelns zu
begreifen, noch bevor wir auf die neue Technologie umsatteln",
sagt Tracey Tromp vom California Institute of Technology in Pasadena.
"Es wäre nicht so wie im Falle des Verbrennungsmotors,
als wir die Effekte des Kohlendioxids erst Jahrzehnte später
erkannten."
Tromp und ihre Kollegen gehen
davon aus, dass 10 bis 20 Prozent des Wasserstoffs bei der Erzeugung,
beim Transport und aus den Brennstoffzellen in die Atmosphäre
entfleuchen könnten. Würden sämtliche mit Öl
oder Benzin betriebenen Anlagen durch Brennstoffzellen ersetzt,
bedeute dies jährliche Emissionen von bis zu 120 Teragramm
(Millionen Tonnen) Wasserstoff. Die weltweiten Wasserstoff-Emissionen
würden sich damit verdreifachen.
Wasserstoff steigt rasch in große
Höhen auf und reagiert dort mit Sauerstoff zu Wasser. Vor
allem in hohen Breiten würden der Wassergehalt der Stratosphäre
und damit die Wolkenbildung deutlich zunehmen, ergaben die Computersimulationen
der Forscher. Die folgende Abkühlung würde die polaren
Luftwirbel und damit die Ozonlöcher stabilisieren. Trump
und ihre Kollegen schätzen, dass sich die Fläche des
arktischen Ozonlochs um sieben Prozent, die des antarktischen
um vier Prozent vergrößern könnte.
Die Forscher betonen, dass es
zahlreiche Unsicherheiten gibt, beispielsweise die Aufnahme des
freigesetzten Wasserstoffs durch Flora und Fauna und die Schnelligkeit,
mit der die Wasserstoff-Wirtschaft realisiert werden könnte.
Der verringerte Ausstoß von Ozon-abbauenden Fluorchlorkohlenwasserstoffen
(FCKW) wirke sich nämlich erst in einigen Jahrzehnten in
der Stratosphäre aus. Komme die Wasserstoff-Wirtschaft früher,
könne sie die Wirkung der "Ozonkiller" verstärken.
Komme sie später, spiele das Ozonloch kaum noch eine Rolle.
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