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- 10.06.2003 -

 

 

 

 

 


 

Nackte Haut: Parasitenfrei macht sexy

Nicht die sengende Sonne, sondern Ungeziefer hat beim Menschen zum Verlust des Haarkleids geführt.

(jkm) - Diese Theorie stellen zwei britische Wissenschaftler im Fachblatt "Biology Letters" auf. Ihrer Ansicht nach schüttelte der Mensch mit dem Fell lästige und gefährliche Parasiten ab - ein Merkmal, das durchaus Eindruck auf potenzielle Geschlechtspartner gemacht haben könnte.

"Haarlosigkeit könnte es Menschen erlaubt haben, ihre verringerte Anfälligkeit für Parasiteninfektionen überzeugend 'anzupreisen'", schreiben Mark Pagel von der University of Reading und Sir Walter Bodmer von der Oxford University. "Für Geschlechtspartner wurde dieses Merkmal daher wünschenswert." Die unterschiedliche Restbehaarung von Männern und Frauen könne ebenfalls durch ihre Attraktivität für das andere Geschlecht erklärt werden. "Die Schambehaarung stellt allerdings eine Herausforderung für unsere Theorie dar", räumen die Biologen ein.

Kaum ein anderes Säugetier ist ähnlich dünnhäutig und gleichzeitig haarlos wie der Mensch. Eine häufig zitierte Theorie besagt, dass der Verlust des Fells dem aufrecht durch die afrikanische Savanne streifenden Menschen eine bessere Temperaturregulation gestattete. Allerdings hat diese Erklärung mehrere Schwachstellen: Nackte Haut erhöht die Wärmeaufnahme am Tage und die Wärmeabgabe bei Nacht und könnte daher eher von Nachteil sein. Und wenn nicht, hätten Affen und andere Säuger ebenfalls ihr Fell abwerfen sollen.

Der entscheidende Faktor ist die Kultur, glauben Pagel und Bodmer. Allein der Mensch könne das Feuer nutzen und Kleidungsstücke anfertigen und so die Nachteile der Haarlosigkeit ausgleichen. Bekräftigt werde diese Ansicht durch die Nacktmulle (Heterocephalus glaber). Diese gelegentlich als "hässliche Würste" bezeichneten Nager leben in unterirdischen Tunnelsystemen und sind damit nur geringen Temperaturschwankungen ausgesetzt. Möglicherweise konnten daher auch sie ihr Fell aufgeben und unliebsamen Mitbewohnern ein Schnippchen schlagen.

 

 Mehr Informationen:

NewScientist

Haare

Evolution des Menschen

Nacktmulle

 

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