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Nackte Haut: Parasitenfrei macht sexy
Nicht die sengende Sonne, sondern
Ungeziefer hat beim Menschen zum Verlust des Haarkleids geführt.
(jkm) - Diese Theorie stellen
zwei britische Wissenschaftler im Fachblatt "Biology Letters"
auf. Ihrer Ansicht nach schüttelte der Mensch mit dem Fell
lästige und gefährliche Parasiten ab - ein Merkmal,
das durchaus Eindruck auf potenzielle Geschlechtspartner gemacht
haben könnte.
"Haarlosigkeit könnte
es Menschen erlaubt haben, ihre verringerte Anfälligkeit
für Parasiteninfektionen überzeugend 'anzupreisen'",
schreiben Mark Pagel von der University of Reading und Sir Walter
Bodmer von der Oxford University. "Für Geschlechtspartner
wurde dieses Merkmal daher wünschenswert." Die unterschiedliche
Restbehaarung von Männern und Frauen könne ebenfalls
durch ihre Attraktivität für das andere Geschlecht erklärt
werden. "Die Schambehaarung stellt allerdings eine Herausforderung
für unsere Theorie dar", räumen die Biologen ein.
Kaum ein anderes Säugetier
ist ähnlich dünnhäutig und gleichzeitig haarlos
wie der Mensch. Eine häufig zitierte Theorie besagt, dass
der Verlust des Fells dem aufrecht durch die afrikanische Savanne
streifenden Menschen eine bessere Temperaturregulation gestattete.
Allerdings hat diese Erklärung mehrere Schwachstellen: Nackte
Haut erhöht die Wärmeaufnahme am Tage und die Wärmeabgabe
bei Nacht und könnte daher eher von Nachteil sein. Und wenn
nicht, hätten Affen und andere Säuger ebenfalls ihr
Fell abwerfen sollen.
Der entscheidende Faktor ist die
Kultur, glauben Pagel und Bodmer. Allein der Mensch könne
das Feuer nutzen und Kleidungsstücke anfertigen und so die
Nachteile der Haarlosigkeit ausgleichen. Bekräftigt werde
diese Ansicht durch die Nacktmulle (Heterocephalus glaber). Diese
gelegentlich als "hässliche Würste" bezeichneten
Nager leben in unterirdischen Tunnelsystemen und sind damit nur
geringen Temperaturschwankungen ausgesetzt. Möglicherweise
konnten daher auch sie ihr Fell aufgeben und unliebsamen Mitbewohnern
ein Schnippchen schlagen.
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