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Raumfahrt:
Shuttle hinterlässt leuchtende Polarwolken
Abgase des Space Shuttle können
in die Arktis gelangen und dort zur Wolkenbildung beitragen.
(jkm) - Bei Nacht reflektieren
die in großen Höhen schwebenden Eiskristalle das Licht
der unter dem Horizont stehenden Sonne und leuchten daher bläulich-silbern
auf, berichtet eine amerikanisch-deutsche Forschergruppe im Fachblatt
"Geophysical Research Letters".
Die leuchtenden Nachwolken befinden
sich in Höhen von rund 83 Kilometern in der Mesosphäre
- "normale" Wolken dagegen in maximal 16 Kilometern
Höhe. Ihre Entstehung war lange Zeit rätselhaft. Zwar
gingen die meisten Forscher davon aus, dass sie aus Eispartikeln
bestehen, einige sahen die Ursache jedoch in vulkanischem oder
extraterrestrischen Staub.
Das Team um Michael Stevens vom
Naval Research Laboratory in Washington, D.C., und Paul Hartogh
vom Max-Planck-Institut für Aeronomie in Katlenburg-Lindau
wertete Daten eines hochauflösenden Spektrographen aus, der
im August 1997 an Bord eines Space Shuttle ins All geflogen war.
Etwa eine Woche nach Start des Shuttle tauchte demnach eine Wolke
aus Eiskristallen über dem Nordpolargebiet auf. Den Berechnungen
der Forscher zufolge entsprach die darin gebundene Wassermenge
derjenigen, die mit den Triebwerksabgasen des Shuttle in die Atmosphäre
gelangt war.
"Diese Studie ist von Bedeutung,
da sie eine neue Quelle für Wassereis in der oberen polaren
Atmosphäre aufzeigt", sagt Stevens. Schon einen Tag
nach dem Start habe man von Norwegen aus die Wasserdampfwolke
entdeckt. Bei den extrem niedrigen Temperaturen in der polaren
Mesosphäre hätten sich dann die Eiskristalle und schließlich
die leuchtenden Nachtwolken gebildet. Zwar habe das Shuttle nur
vergleichsweise geringe Wassermengen in die oberen Atmosphärenschichten
gebracht, so der Forscher. "Die Langzeiteffekte müssen
aber noch untersucht werden."
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