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- 03.06.2003 -

 

 

 

 

 


 

UN-Report: Treibhausgas-Ausstoß in Industrieländern steigt wieder

Die Industrieländer werden einer neuen UN-Studie zufolge trotz aller Bekenntnisse zum Klimaschutz künftig wieder deutlich mehr klimaschädliche Treibhausgase ausstoßen.

Bonn (dpa) - Die Emission vor allem an Kohlendioxid (CO2) könnte zwischen 2000 und 2010 in Europa, Japan, den USA und anderen reicheren Industrieländern im Schnitt um 17 Prozent steigen. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommt ein offizieller UN-Report, der am Dienstag in Bonn vorgestellt wurde. Damit würden die Ziele des globalen Klimaschutzes trotz zahlreicher nationaler Gegenmaßnahmen wie etwa in Deutschland global und im Schnitt verfehlt.

Der Report soll auf der zweiwöchigen Arbeitstagung der Weltklimakonferenz, die an diesem Mittwoch in Bonn beginnt, diskutiert werden. Mit mehr als 80 Prozent stellt CO2 den größten Beitrag an den Treibhausgas-Emissionen. Es entsteht bei der Nutzung fossiler Brennstoffe im Verkehr, im Energiesektor, der Industrie und privaten Haushalten.

Nach dem Kyoto-Protokoll müssen die Industrieländer ihre Treibhausgase bis 2012 (im Vergleich zu 1990) um im Schnitt 5,2 Prozent vermindern. Die USA, der weltweit größte Verursacher von Treibhausgasen, sind aus dem Protokoll ausgestiegen. Es ist auch immer noch nicht in Kraft, weil Russland seine schon wiederholt zugesagte Ratifizierung hinauszögert.

Auch in Mittel- und Osteuropa ist laut dem Report wieder mit höheren Emissionen zu rechnen. Die Wirtschaft in diesen so genannten Übergangsländern sei nach dem vorübergehenden Niedergang der alten Staatsindustrien mit deutlicher Verringerung des CO2-Ausstoßes in den 90er Jahren wieder auf Wachstumskurs. Bei allen entwickelten Ländern (reichere Industrieländer und Übergangsländer) sei zwischen 2000 und 2010 mit einer Steigerung um durchschnittlich rund 10 Prozent zu rechnen.

In den 90er Jahren seien die Emissionen in den entwickelten Ländern noch im Schnitt um rund 3,0 Prozent (gegenüber 1990 gefallen). Doch war dies vor allem Ost- und Mitteleuropa (minus 37 Prozent) zu verdanken. In der EU waren sie 2000 um 3,7 Prozent niedriger als 1990, in Deutschland sogar um 19,4 Prozent. Aber in anderen hoch entwickelten Länder wie etwa den USA (plus 14 Prozent) oder Japan (plus 11 Prozent) sah die Lage anders aus.

Der neue Report zeige, dass es eine wirkungsvollere und einfallsreichere Klimaschutzpolitik geben müsse, sagte die Chefin des UN-Klimasekretariats, Joke Waller-Hunter. Das sei nötig, damit sich klimafreundlichere Technologien stärker verbreiten könnten und auch die Wirtschaft und Kommunen für größere Anstrengungen gewonnen werden könnten.

 


© ArtToday

Die Industrieländer werden einer neuen UN-Studie zufolge künftig wieder deutlich mehr klimaschädliche Treibhausgase ausstoßen.

 

 Mehr Informationen:

UNFCCC: Die Studie (pdf)

vista verde: Klima

 

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